Amanda Knox plant Comedy-Show über ihren Mordprozess
Amanda Knox: Comedy-Show über Mordprozess geplant

Die 39-jährige Amanda Knox, die im Mordfall Meredith Kercher angeklagt und später freigesprochen wurde, will ihre Erlebnisse nun in einer Stand-up-Comedy-Show verarbeiten. Beim Edinburgh Fringe Festival im August tritt sie mit dem Programm „Amanda Knox: Cartwheel“ auf, in dem sie unter anderem über ihre vierjährige Haftzeit in Italien spricht. Die Familie des Mordopfers reagiert entsetzt auf diese Pläne.

Hintergrund des Falls

Der Mord an der 21-jährigen Britin Meredith Kercher in Perugia sorgte 2007 weltweit für Schlagzeilen. Knox, damals Studentin, und ihr Freund gerieten schnell unter Verdacht. In einem spektakulären Prozess wurde Knox zu einer langen Haftstrafe verurteilt und verbrachte vier Jahre im Gefängnis. 2015 wurden beide jedoch endgültig freigesprochen. Bis heute ist ungeklärt, wer Kercher tatsächlich ermordete.

Kritik aus der Familie des Opfers

Francesco Maresca, der Anwalt der Familie Kercher, bezeichnete Knox‘ Vorhaben als „jüngste unangemessene Initiative“. Gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ sagte er: „Ich bin fassungslos, ebenso wie die Angehörigen dieses armen Mädchens.“ Er warf Knox vor, seit Jahren „Kapital aus dieser schmerzhaften Geschichte“ zu schlagen.

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Knox‘ Verteidigung

Im Interview mit dem britischen „Telegraph“ erklärte Knox, dass es für sie keine tabuisierten Themen in Comedy-Programmen gebe. Sie stellte klar: „Ich mache keine Witze über Merediths Tod. Ich mache viele Witze darüber, wie ich diffamiert wurde, aber ich mache keine Witze über ihren Mord.“ Sie sei überzeugt, dass Kercher die Show lustig gefunden hätte. Zudem bedauerte sie, nie mit Kerchers Angehörigen sprechen zu können.

Bisherige Aufarbeitung

Knox hat ihre Erlebnisse bereits in einem Buch mit dem Titel „Zeit, gehört zu werden“ verarbeitet und in der Netflix-Dokumentation „Amanda Knox“ ausführlich dargestellt. Im August 2025 erschien zudem eine Mini-Dramaserie über den Fall. Der Podcast „Judging Amanda Knox“ von Undone und dem SPIEGEL beleuchtet in acht Folgen die Geschichte der Frau, die als „Engel mit den Eisaugen“ bekannt wurde – eine Geschichte über Dämonisierung und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.

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