Phil Collins: Familie kam zum Abschied – Musiker überlebte
Phil Collins: Familie kam zum Abschied – Musiker überlebte

Phil Collins hat in einem Interview mit dem "Sunday Times Magazine" erstmals ausführlich über die dramatischen Stunden im April 2024 gesprochen, als er um sein Leben kämpfte. Damals lag der Musiker bewusstlos in einer Schweizer Klinik, während seine Organe nach und nach versagten. Sein Manager, der ihn seit 50 Jahren begleitet, rief die fünf Kinder des Künstlers ans Krankenbett – sie sollten sich offenbar verabschieden. Wie unter anderem die "Daily Mail" und "People" berichten, erinnert sich Collins nur bruchstückhaft an diese Zeit.

Entscheidung über lebenserhaltende Maßnahmen

"Es standen ein paar Entscheidungen an, so nach dem Motto: Lassen wir Phil an den lebenserhaltenden Geräten?", sagte Collins dem Magazin. "Meine Nieren machten schlapp, meine Organe versagten nach und nach. Die Leute kamen, um sich zu verabschieden." Von der Anwesenheit seiner Angehörigen bekam er allerdings nichts mit. "Ich erinnere mich nicht daran, dass sie da waren", so der Musiker. "Ich hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Sie hatten alle Angst, mich nicht wiederzusehen. Es hätte furchtbar schiefgehen können."

Am Krankenbett versammelten sich die Töchter Joely und Lily sowie die Söhne Simon, Nicholas und Matthew – alle fünf Kinder des Musikers.

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Alkoholproblem als Auslöser

Der Zusammenbruch war die Folge eines langjährigen Alkoholproblems, das der Sänger lange verdrängt hatte. "Ich habe Wein getrunken, sobald ich wach war. Das war es, was ich zum Frühstück wollte, ein Glas Wein", beschrieb er den Höhepunkt seiner Sucht. Und weiter: "Aber ich habe nicht bis in die Nacht hinein getrunken. Also war mir ehrlich gesagt gar nicht klar, dass ich ein Problem habe."

Bereits in seiner 2016 erschienenen Autobiografie "Not Dead Yet" hatte Collins offen über das Trinken geschrieben. Er führte es auf seine schwere Rückenverletzung und sein turbulentes Privatleben zurück. "Nacht für Nacht liege ich auf dem Bett, starre durch ein Dachfenster in den grauen Schweizer Himmel und hadere mit meinem Leben", hieß es dort. "Ich bin ganz allein, bis auf meine guten Freunde Johnnie Walker und Grey Goose."

Sieben Monate im Krankenhaus

Der Klinikaufenthalt begann laut "Sunday Times" bereits im November 2023. Drei Tage vor Weihnachten durfte Collins kurz nach Hause, doch wenige Wochen später musste er erneut auf die Intensivstation. Insgesamt verbrachte er sieben Monate im Krankenhaus – ein Martyrium für den Künstler. "Ich hatte großes Glück, da wieder herausgekommen zu sein", sagte er. "Es versteht sich von selbst, dass ich seitdem nichts mehr getrunken habe." Bis heute hat er keinen Tropfen Alkohol mehr angefasst.

Versöhnung mit der Familie in London

Nach der Entlassung kam die gesamte Familie im Londoner Hotel Mandarin Oriental in Knightsbridge zusammen und verbrachte dort vier Tage und Nächte. Besonders berührend war für Collins ein Moment mit seiner Tochter Lily, die als Hauptdarstellerin der Netflix-Serie "Emily in Paris" internationale Bekanntheit erlangte. "Sie saß neben mir und weinte und sagte: 'Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Momente noch bekomme'", erinnert sich Collins. "Wir hatten eine unglaubliche Zeit. Ich kann gar nicht genug betonen, wie fantastisch das war."

Gesundheit bleibt prekär

Auch wenn der Musiker den Kampf gewonnen hat – ganz gesund ist er bis heute nicht. Er leidet an Typ-2-Diabetes und Nervenschäden in den Händen. Nach mehreren Operationen an Wirbelsäule und Knien ist er auf Gehstützen angewiesen. "Das hört nicht auf", klagte er Anfang des Jahres im BBC-Podcast "Eras" von Zoe Ball. "Ich habe eine Pflegekraft, die rund um die Uhr bei mir wohnt und aufpasst, dass ich meine Medikamente richtig nehme. Ich hatte Probleme mit dem Knie. Alles, was bei mir schiefgehen konnte, ist auch schiefgegangen."

Trotz allem zeigt sich Collins lebensfroh. In dem Interview betonte er, wie dankbar er für die Unterstützung seiner Familie sei. "Ich hatte großes Glück", sagt er mit Blick auf das Überleben. Und dieses Glück will er nun nutzen – zusammen mit den Menschen, die ihm in den dunkelsten Stunden beigestanden haben.

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