Koma-Eingebung: Ralph Siegel will mit neuem Song zum ESC
Ralph Siegel: Im Koma Song komponiert – ESC-Comeback?

Ralph Siegel hat während seines künstlichen Komas eine musikalische Eingebung gehabt, die er beim nächsten Eurovision Song Contest (ESC) einreichen will. „Ich habe aus dem Koma ein fantastisches Lied mitgebracht. Es ist in meinem Kopf, und ich weiß schon jetzt: Es ist unschlagbar“, sagte der 80-jährige Schlagerkomponist dem „Münchner Merkur“.

Der Erfolgskomponist vergleicht die Eingebung mit dem größten Moment seiner Karriere: „Ich habe genau so ein Gefühl wie damals mit ‚Ein bisschen Frieden‘.“ Mit dieser Ballade gewann Nicole 1982 für Deutschland den ESC – es war der erste von zwei deutschen Siegen. Den zweiten holte 2010 Lena mit „Satellite“. Seitdem wartet Deutschland auf einen weiteren Erfolg, und Siegel könnte im nächsten Jahr wieder im Rennen sein.

Ein langer Kampf um die Gesundheit

Der Musiker war Anfang Juli wegen einer schweren Lungenentzündung in ein künstliches Koma versetzt worden. Inzwischen hat er die Intensivstation verlassen. Die Zeit des Komas hat ihn tief geprägt. „Das war das Schrecklichste, was ich jemals erlebt habe“, erzählt er. „Ich kann mich nicht an Details erinnern, aber ich hatte Angst.“ Er beschreibt die Zeit als „einen immerwährenden Albtraum“: „Es war ein Gefühl, als ob ich gefangen und gefoltert wurde.“

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Doch sein Wille ist stark. „Ich mache bereits meine ersten Schritte, langsam natürlich, noch mit einer Gehhilfe, einer Art Rollator“, berichtet er. Das habe ihm „viel Mut gemacht“. Er hofft, in einigen Tagen das Krankenhaus verlassen zu können, und denkt bereits an seine musikalische Zukunft. Der Song aus dem Koma soll offenbar auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Eine schier unerschöpfliche Song-Schmiede

Ralph Siegel gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schlagerkomponisten überhaupt. An rund 3000 Liedern war er beteiligt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Fiesta Mexicana“ und „Griechischer Wein“, die in den 1970er-Jahren zu Hits wurden und bis heute oft gespielt werden. Sein Œuvre umfasst dabei weit mehr als nur deutsche Schlager: Er komponierte auch für Künstler anderer Länder und brachte sich regelmäßig in die internationale Musikszene ein.

Seit mehr als vier Jahrzehnten versucht Siegel, den ESC zu gewinnen oder zumindest mit seinen Kompositionen zu überzeugen. Sein größter Triumph bleibt „Ein bisschen Frieden“, das nicht nur in Deutschland die Charts stürmte. Das Lied war ein Appell gegen den Kalten Krieg und berührte Millionen von Menschen. Auch wenn er später nie wieder ganz oben landete, blieb er dem Wettbewerb treu. Nun, nach der schwersten gesundheitlichen Krise seines Lebens, will er es noch einmal wissen.

Ein Komponist im Zeichen der Hoffnung

Schon mehrfach musste der gebürtige Münchner gegen schwere Krankheiten kämpfen. Unter anderem überstand er Krebserkrankungen. Trotz dieser Schicksalsschläge ließ er sich nicht unterkriegen. Nun steht er erneut vor einer außergewöhnlichen Herausforderung: aus einem im Koma entstandenen Einfall einen ESC-tauglichen Song zu machen. Ob ihm das gelingt, bleibt abzuwarten. Siegel selbst ist überzeugt: „Es ist unschlagbar.“

Die deutsche Musikwelt wird seine Entwicklung mit Spannung verfolgen. Sollte der Song tatsächlich beim ESC antreten, wäre das eine der bemerkenswertesten Comebacks in der Geschichte des Wettbewerbs. Der 80-Jährige wäre dann zwar nicht der älteste teilnehmende Komponist, aber sicherlich einer mit einer außergewöhnlichen Story. Ralph Siegel hat bewiesen, dass Musik auch in den dunkelsten Stunden entstehen kann – und vielleicht genau deshalb ein Lied des Friedens braucht.

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