Mel Brooks, der legendäre Komiker und Regisseur, wird am 28. Juni 2026 100 Jahre alt. Der Schöpfer von Kultfilmen wie „Frühling für Hitler“ und „Der wilde wilde Westen“ bleibt unermüdlich aktiv. Gut zwei Monate vor seinem runden Jubiläum verriet Brooks in einem witzigen Video den Titel für die Fortsetzung der Hit-Komödie „Spaceballs“ (1987): „Spaceballs: The New One“. „Es ist genau wie der alte Film – aber er ist neuer“, schmunzelte Brooks. Bei dem Originalfilm hatte er Regie geführt und spielte die weise Alien-Figur „Yogurt“. Die Fortsetzung unter der Regie von Josh Greenbaum soll im April 2027 in die Kinos kommen.
Vom Milchbauer zum EGOT-Künstler
Auf der Plattform X stellte sich Brooks als „Autor, Regisseur, Schauspieler, Produzent und gescheiterter Milchbauer“ vor. Im April 2013 war er dem Kurznachrichtendienst beigetreten, da war er bereits 86 Jahre alt. 2024 jettete er zur Vergabe der Ehren-Oscars nach Los Angeles. Bei der „Governors Awards“-Gala nahm der damals 97-jährige Komiker die hohe Auszeichnung für sein Lebenswerk entgegen. Ein Jahr zuvor mischte er in einer Gastrolle in der Mystery-Comedy-Serie „Only Murders in the Building“ mit.
„Ich wurde geboren, um Menschen zum Lachen zu bringen“
In der zweiteiligen Dokumentation „Mel Brooks: The 99 Year Old Man!“, die im Januar auf HBO Max Premiere feierte, sagte Brooks: „Ich wurde geboren, um Menschen zum Lachen zu bringen, also tue ich das.“ Der in Brooklyn geborene Melvin Kaminsky, Sohn jüdischer Einwanderer aus Danzig und Kiew, war früh für seinen schrägen Humor bekannt. Sein Regiedebüt „The Producers“ (1968, „Frühling für Hitler“) brachte ihm einen Oscar für das beste Drehbuch ein. 2001 kam die Produktion als Broadway-Musical auf die Bühne, das mit zwölf Tony-Trophäen ausgezeichnet wurde. 2009 feierte der schrille Nazi-Ulk in Berlin Deutschlandpremiere.
Gefragt, ob das deutsche Publikum über „The Producers“ lachen könne, antwortete Brooks im dpa-Interview: „Auf jeden Fall. Diejenigen, die das Theater lieben und die Unterhaltung, sind die Deutschen, die ich mag. Mein Vater war ja auch Deutscher und er war ein sehr lustiger Kerl. Ich denke, er hätte das Musical gemocht. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, denn er starb, als ich zwei Jahre alt war. Wenn man etwas Wichtiges zu sagen hat, dann sollte man es mit ganz viel Humor sagen. Ich will mich ja nicht auf eine Seifenkiste stellen und predigen.“
Vierfacher EGOT-Gewinner
Brooks gewann im Laufe seiner Karriere auch Emmys und Grammys und schaffte es damit in die erlauchte Gruppe der EGOT-Künstler, die in allen vier Sparten – Fernsehen (Emmy), Musik (Grammy), Film (Oscar) und Theater (Tony) – mit dem jeweils höchsten Preis der Branche ausgezeichnet wurden. Nichts war vor Brooks sicher: Mit „Frankenstein Junior“ (1974) verulkte er Horrorfilme, mit „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ (1993) parodierte er Kevin Costners Heldenepos, und für die Vampirfilm-Parodie „Dracula – Tot aber glücklich“ (1995) trat Leslie Nielsen als Vampirfürst vor die Kamera.
Gleich drei von Brooks Filmen schafften es auf die Liste des renommierten American Film Institute der 100 witzigsten US-Komödien aller Zeiten: „Der wilde wilde Westen“, „Frühling für Hitler“ und „Frankenstein Junior“. 2010 wurde Brooks auf dem Hollywood Walk of Fame mit einem Stern verewigt. Zur Zeremonie brachte er seinen Sohn Max mit, ebenfalls Drehbuchschreiber („World War Z“), aus seiner langjährigen Ehe mit der Schauspielerin Anne Bancroft („Die Reifeprüfung“). Mit der Oscar-Gewinnerin war Brooks von 1964 bis zu ihrem Krebstod im Jahr 2005 verheiratet.



