Mel Gibsons umstrittener Kinohit „Die Passion Christi“ feiert im September 2026 ein Comeback in US-Kinos. Wie das Branchenmagazin „Variety“ berichtet, bringen Lionsgate und Fathom Entertainment das Bibel-Epos in einer technisch aufwendig restaurierten Fassung erneut auf die große Leinwand. Der Film wurde in 4K aufbereitet und mit einer neuen Dolby-Atmos-Tonspur versehen.
Wiederaufführung mit exklusiver Vorschau auf die Fortsetzung
Die Wiederaufführung ist in den USA vom 10. bis 17. September 2026 geplant. Kinobesucher erhalten zudem eine exklusive Vorschau auf „The Resurrection of the Christ: Part One“. Die Fortsetzung setzt unmittelbar nach den Ereignissen des ersten Films an und soll sich laut Produzenten ebenfalls eng an den biblischen Überlieferungen orientieren.
Erfolgreichster Independent-Film der Kinogeschichte
Als „Die Passion Christi“ 2004 startete, entwickelte sich der Film trotz heftiger Kritik zu einem weltweiten Phänomen. Das Produktionsbudget lag bei rund 30 Millionen US-Dollar, die weltweiten Einnahmen summierten sich auf etwa 610 Millionen US-Dollar. Damit gilt das Werk bis heute als erfolgreichster Independent-Film der Kinogeschichte. Zwei Jahrzehnte lang hielt es zudem den Rekord als erfolgreichster US-Kinostart mit einem R-Rating (Altersfreigabe ab 17 Jahren). In den Vereinigten Staaten spielte der Film 370 Millionen US-Dollar ein. Erst 2024 wurde diese Bestmarke von „Deadpool & Wolverine“ mit 636 Millionen US-Dollar übertroffen.
Kontroversen um Gewaltdarstellung und Antisemitismus-Vorwürfe
Schon zum Kinostart löste Gibsons Werk kontroverse Diskussionen aus. Kritiker warfen dem Regisseur eine überzogene Darstellung der Gewalt vor, manche verglichen einzelne Szenen sogar mit einem Snuff-Film. Zusätzlich wurde über mögliche antisemitische Tendenzen gestritten. Hintergrund war unter anderem die einseitige Darstellung jüdischer Anführer bei der Verurteilung Jesu, während Pontius Pilatus vergleichsweise differenziert gezeigt wurde.
Ungewisse Zukunft für Deutschland
Bislang ist die Neuauflage ausschließlich für US-Kinos angekündigt. Ob es auch in Deutschland eine Wiederaufführung geben wird, ist offen. Die Rechte liegen hierzulande bei Constantin Film. Eine Stellungnahme des Verleihs steht nach einer Anfrage der BILD bislang noch aus. Möglich wäre allerdings zumindest eine Neuveröffentlichung für das Heimkino. Durch das neue 4K-Master gilt eine Veröffentlichung auf UHD- beziehungsweise HD-Blu-ray als realistische Option.



