Kinostarts der Woche: Toy Story 5, Wham!-Doku und Orgasmus-Komödie
Kinostarts: Toy Story 5, Wham!-Doku und Orgasmus-Komödie

Die neue Kinowoche hält eine bunte Mischung aus Animation, Dokumentation, Drama und Komödie bereit. Pixar beweist mit "Toy Story 5" erneut sein Können, während die Doku "Wham! 10 Days in China" einen historischen Kulturmoment einfängt. Die französische Komödie "Chéri, ich komme!" widmet sich der Orgasmuslücke zwischen den Geschlechtern. Auch ein britischer Falkenfilm, ein mexikanisch-amerikanisches Liebesdrama und eine Doku über kurdische Kämpferinnen sind zu sehen. Der norwegische Horrorfilm "Kraken – Erwachen der Tiefe" rundet das Programm ab.

"Toy Story 5": Pixar gelingt erneut ein Meisterwerk

Die fünfte Auflage der beliebten Animationsreihe entführt die Zuschauer erneut in die Welt von Woody, Buzz und Jessie. Diesmal ist Bonnie, die achtjährige Besitzerin der Spielzeuge, von ihren Mitschülern gehänselt, weil sie noch mit analogen Spielzeugen spielt, während die Gleichaltrigen längst auf Tablets und Social Media setzen. Bonnies Eltern kaufen ihr ein altersgerechtes Tablet, das sie zur Bildschirmsüchtigen macht. Die Spielzeuge, angeführt von Jessie, versuchen Bonnie zum fantasievollen Spiel zurückzuführen. Der Film thematisiert Bildschirmsucht und virtuelle Realitäten auf kindgerechte Weise. Laut Kritiker Jörg Wunder ist der Film ein "Kinospaß für alle Altersgruppen" mit Action, Slapstick und Popkultur-Zitaten.

"Wham! 10 Days in China": Historischer Kultur-Clash

Die Dokumentation von Mike Christie zeigt den historischen China-Besuch der Pop-Band Wham! im April 1985. Damals war die Band die erste westliche Pop-Gruppe, die in China auftreten durfte. Manager Simon Napier-Bell wollte damit vor allem den US-Markt erobern. Der Film nutzt bisher unveröffentlichtes Material und porträtiert die Zeit, in der sich China langsam öffnete. Die 21- und 22-jährigen George Michael und Andrew Ridgeley absolvieren absurde Promo-Termine und müssen politische Fragen beantworten. Das Publikum in Peking verhält sich reserviert wie bei einem Klassik-Konzert. Besonders berührend sind die Berichte von Zuschauern, die diesen ersten Kontakt mit westlicher Popmusik als prägend für ihr Leben beschreiben.

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"H wie Habicht": Trauerbewältigung mit Greifvogel

Die Verfilmung des Bestsellers "H is for Hawk" zeigt Claire Foy als eigenbrötlerische Wissenschaftlerin Helen, die nach dem Tod ihres Vaters (Brendan Gleeson) einen jungen Habicht kauft. Die Beziehung zu dem Vogel, den sie Mabel nennt, hilft ihr, die Trauer zu verarbeiten. Der Film zeigt, dass Trauer einen völlig aus der Bahn werfen kann und dass zur Bewältigung auch blutige Fasanen in der Küche gehören können. Kritikerin Antje Scherer merkt an, dass die "wahre Selbsttherapie" für Zuschauer ohne Trostbedarf etwas langweilig sein könnte.

"Dreams – Gefährliches Verlangen": Machtgefälle in der Liebe

Michel Francos Film erzählt von der Affäre zwischen der Amerikanerin Jennifer (Jessica Chastain) und dem mexikanischen Tänzer Fernando (Isaac Hernández). Jennifer plant mit dem Geld ihres Vaters eine Tanzakademie für benachteiligte Jugendliche, Fernando träumt von einer Karriere in den USA. Die Beziehung basiert auf einem Machtgefälle, das eskaliert, je mehr Fernando sich Jennifers Kontrolle entzieht. Franco inszeniert mit langen Einstellungen und lakonischen Schnitten und spielt mit den liberalen Befindlichkeiten des Publikums. Andreas Busche resümiert: "In dieser Liebesgeschichte zwischen Amerika und Mexiko sollte sich niemand auf der richtigen Seite wähnen."

"Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust": Komödie über die Orgasmuslücke

Die französische Liebeskomödie von Regisseurin Rheem Kherici thematisiert die "Orgasm-Gap". Fanny (Alexandra Lamy) hat ihrem Partner Tom (François Cluzet) 20 Jahre lang Orgasmen vorgespielt. Als sie die Wahrheit gesteht, fühlt sich Tom betrogen, beginnt aber, sich mit Selbsthilfeliteratur und Internet-Ratschlägen weiterzubilden. Gemeinsam entwickeln sie einen innovativen Vibrator. Kritiker Ingolf Patz bemängelt jedoch, dass die Komödie "ziemlich bieder" bleibe und das Prädikat "frivol" nicht verdiene.

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"To My Sisters": Kämpferinnen gegen den IS

Die Dokumentation porträtiert die junge Kurdin Haval, die sich nach der Machtergreifung des IS in Nordsyrien der Frauenverteidigungseinheit YPJ anschließt, um die Region zu schützen. Ihre Motivation ist die Angst, zu enden wie die jesidischen Frauen in Sindschar, die 2014 vom IS getötet, verschleppt und vergewaltigt wurden. Eine Überlebende, Sepan, spricht im Film erstmals öffentlich über ihre siebenjährige Sklaverei. Auch die Deutsche Zakia kommt zu Wort, deren Mann sich radikalisierte und sie nach Syrien brachte. Haval sagt: "Wir kämpfen diesen Krieg für alle Frauen auf der Welt." Der Film ist aktuell, da Anfang des Jahres 200 Insassen aus einem Lager flohen und die Angst vor einer erneuten Ausbreitung des IS wächst.

"Kraken – Erwachen der Tiefe": Monster-Oktopus gegen Touristen

Der norwegische Horrorfilm von Regisseur Pål Øie zeigt skrupellose Investoren, die einen Fjord durch Unterwasser-Schallbehandlung in ein Luxus-Resort verwandeln wollen. Dabei wird ein mörderischer Monster-Oktopus aufgescheucht, der Touristen in den dunklen Fluten verschwinden lässt. Der Film bietet den reizvollen Kontrast von malerischer Landschaft und blutigem Tierhorror sowie einen bombastischen Score. Die Heldin, eine idealistische Meeresforscherin, hat eine unheimliche Begegnung mit den Riesententakeln, die an den Klassiker "Alien" erinnert.