All das Ungesagte zwischen uns: Mit leiser Stimme – Filmkritik
All das Ungesagte zwischen uns: Filmkritik

In ihrem neuen Film „All das Ungesagte zwischen uns“ erzählt die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve eine zutiefst berührende Geschichte über die schwierige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer erwachsenen Tochter. Der Film, der am 24. Oktober 2024 in den deutschen Kinos anläuft, besticht durch seine leise und einfühlsame Erzählweise.

Eine Geschichte voller unausgesprochener Worte

Im Mittelpunkt stehen die alleinerziehende Mutter Sylvie (gespielt von Léa Seydoux) und ihre Tochter Emma (gespielt von der Newcomerin Lina El Arabi). Sylvie, eine erfolgreiche Architektin, hat sich nach der Trennung von ihrem Mann ganz auf ihre Karriere konzentriert. Emma hingegen, eine sensible junge Frau, fühlt sich von ihrer Mutter vernachlässigt und sucht nach ihrer eigenen Identität. Der Film begleitet die beiden über einen Zeitraum von mehreren Jahren und zeigt die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung.

Hansen-Løve gelingt es meisterhaft, die emotionalen Nuancen einzufangen. Sie arbeitet mit langen Einstellungen und einer ruhigen Kamera, die den Figuren viel Raum gibt. Die Dialoge sind sparsam, aber präzise. Jedes Wort scheint sorgfältig gewählt, jede Geste bedeutungsvoll. „Es geht um all das, was zwischen den Zeilen steht“, sagte die Regisseurin in einem Interview. „Die unausgesprochenen Gedanken, die kleinen Gesten, die manchmal mehr sagen als tausend Worte.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Lea Seydoux in Höchstform

Léa Seydoux liefert eine ihrer beeindruckendsten Leistungen ab. Sie spielt Sylvie mit einer verletzlichen Stärke, die einen tief berührt. Ihre Figur ist nicht unsympathisch, aber man versteht, warum Emma sich von ihr entfremdet fühlt. Lina El Arabi als Emma ist eine Entdeckung. Sie verkörpert die innere Zerrissenheit ihrer Figur mit einer natürlichen Präsenz, die einen sofort in den Bann zieht.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen stimmt. Ihre Szenen zusammen sind voller Spannung und Zuneigung zugleich. Besonders eindrücklich ist eine Sequenz, in der sie gemeinsam in einem Café sitzen und über Emmas Zukunft sprechen. Die Kamera bleibt auf ihren Gesichtern, während die Stille zwischen ihnen spürbar wird. „In diesen Momenten passiert die wahre Magie des Films“, so die Filmkritikerin Anna-Lena Scholz von der „Süddeutschen Zeitung“.

Ein Film über das Erwachsenwerden und Loslassen

„All das Ungesagte zwischen uns“ ist nicht nur ein Film über eine Mutter-Tochter-Beziehung, sondern auch über das Erwachsenwerden und das Loslassen. Emma muss lernen, ihren eigenen Weg zu gehen, während Sylvie damit kämpft, ihre Tochter ziehen zu lassen. Der Film zeigt, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern nie ganz einfach ist, aber dass es möglich ist, sich trotz aller Differenzen zu versöhnen.

Mit einer Laufzeit von 112 Minuten ist der Film angenehm kurz. Hansen-Løve vermeidet jede Länge und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Musik von Olivier Mellano unterstreicht die emotionale Tiefe des Films, ohne aufdringlich zu wirken. Die Bilder von Kameramann Denis Lenoir sind voller Poesie und fangen die Schönheit des Alltäglichen ein.

Fazit: Ein stilles Meisterwerk

„All das Ungesagte zwischen uns“ ist ein stilles Meisterwerk, das noch lange nachhallt. Mia Hansen-Løve hat einen einfühlsamen Film geschaffen, der uns daran erinnert, wie wichtig es ist, die richtigen Worte zu finden – oder manchmal einfach zuzuhören. Für alle, die feinfühliges Kino schätzen, ist dieser Film ein absolutes Muss.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration