Gründer der Nation of Gondwana zieht sich zurück
„Dann stehst du da, nach 30 Jahren, und denkst dir: Verdammte Scheiße, was machst du hier?“, beschreibt Markus Ossevorth den Moment, als ihm klar wurde, dass er diesmal nicht die „Nation of Gondwana“ mitleitet. Vor drei Jahrzehnten hat er das heute älteste Technofestival in Brandenburg gemeinsam mit André Janizewski gegründet. Inzwischen ist er 56 Jahre alt und hat sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal nicht an der Organisation beteiligt.
Herausforderungen für die nächste Generation
Der Rückzug von Ossevorth ist kein Einzelfall. In der Berliner Techno- und Clubszene steht der erste große Generationswechsel bevor. Viele der Gründerväter und -mütter, die in den 1990er Jahren die Szene prägten, erreichen nun das Rentenalter oder ziehen sich aus anderen Gründen zurück. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wie kann die nächste Generation die Führung übernehmen und die Clubs und Festivals in die Zukunft führen?
Laut Cristina Plett, Autorin des Artikels im Tagesspiegel, stehen die Macher vor einer Zeitenwende. Die Übergabe sei nicht nur organisatorisch, sondern auch kulturell eine Herausforderung. Die jüngere Generation habe oft andere Vorstellungen von Musik, Atmosphäre und Geschäftsmodellen.
Zahlen und Fakten zur Berliner Clubszene
Der Berliner Clubszene kommt eine immense wirtschaftliche Bedeutung zu. Laut einer Studie des Senats aus dem Jahr 2018 generieren die Clubs jährlich über 1,5 Milliarden Euro Umsatz und schaffen rund 10.000 Arbeitsplätze. Allein die Techno-Festivals in Brandenburg wie die „Nation of Gondwana“ ziehen jedes Jahr Zehntausende Besucher an. Der Generationswechsel könnte daher weitreichende Folgen für die gesamte Branche haben.
Ossevorth selbst betont, dass er den Jüngeren vertraut: „Ich habe volles Vertrauen, dass die nächste Generation ihren eigenen Weg finden wird. Aber es ist ein Prozess, der Zeit braucht.“



