Dieter Bohlen hat seinem früheren Modern-Talking-Kollegen Thomas Anders ein Angebot zur erneuten Zusammenarbeit gemacht. „Ich finde es Kinderkacke, wenn man seit vielen Jahren wegen irgendwas, was Thomas mal gemacht hat oder was ich gemacht habe, nicht zumindest mal darüber nachdenkt, unseren gemeinsamen Erfolg noch mal aufleben zu lassen“, sagte Bohlen der „Bild“.
Hintergrund des Zerwürfnisses
Bohlen und Anders hatten in den 1980er Jahren als Pop-Duo mit Hits wie „You're My Heart, You're My Soul“, „Brother Louie“ oder „Cheri Cheri Lady“ große Erfolge. 1987 trennten sie sich im Streit. Ein Comeback gab es zwischen 1998 und 2003. Seitdem waren die beiden Musiker sich nicht mehr gut aufeinander zu sprechen. Bohlen möchte das Kriegsbeil nun offenbar begraben. Es habe lukrative Angebote gegeben, wie er erzählt. Anders sei kein Feind, berichtet er weiter. Bohlen „laufe ja nicht mit Hass im Bauch seit Jahren rum. Das ist ja schon lange verflogen“.
Lukrative Angebote und Pläne
Bohlen erzählt von einem weltweiten Interesse an Modern Talking. Ihm seien von einem internationalen Konzert-Veranstalter zehn Auftritte angeboten worden, es habe Vorschläge zu einer Dokumentation über Modern Talking sowie zu einem Musical gegeben, sagt Bohlen. „Nicht ich allein bin Modern Talking. Wir beide sind Modern-Talking. Deswegen habe ich Thomas gefragt, ob wir nicht wieder was gemeinsam machen wollen.“
Der DSDS-Juror führt aus: „Die Idee mit dem Musical finde ich ganz gut, Thomas, glaube ich, auch. Bei möglichen gemeinsamen Auftritten sind wir noch unterschiedlicher Meinung. Ich möchte sie machen. Für die Fans und für unsere gemeinsame Geschichte.“ Bohlen sieht vor allem im Ausland, etwa in Südamerika oder Osteuropa, große Erfolgsaussichten für Modern Talking. Doch auch in Deutschland könnten er und Anders im Zusammenschluss noch einmal gemeinsam Stadien füllen, vermutet er. „Es soll ja kein klassisches Comeback werden. Eher ein Geschenk an unsere Fans weltweit. Ein letztes gemeinsames Aufleuchten einer Band, die längst Pop-Geschichte ist.“
Reaktion von Thomas Anders
Der Ball liege nun bei Anders, erklärte Bohlen. „Meine Hand ist ausgestreckt.“ Von Anders, der in Koblenz lebt und seit Jahren als Solo-Künstler unterwegs ist, gab es zunächst kein öffentliches Statement dazu. Bohlen werde häufig gefragt, was denn passieren würde, wenn er seinen ehemaligen Kollegen zufällig treffen würde. „Hallo, Thomas“, würde Bohlen ganz einfach sagen. „Wenn wir ein gutes Gespräch hätten, könnte ich mir auch vorstellen, dass ich ihn in den Arm nehmen würde.“
Frühere Absagen von Anders
Anders hat einem Modern-Talking-Comeback in den vergangenen Jahren mehrfach eine Absage erteilt. Im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“ erklärte Anders erst im März 2026 auf die Frage, warum die beiden nicht gemeinsam auf Tour gingen: „Nein. Ich finde das nicht gut. Das schürt viele Hoffnungen bei sehr vielen Menschen. [...] Das bringt nichts, das ist eine romantische Vorstellung von Modern-Talking-Enthusiasten, die sich uns beide zusammen zurück auf die Bühne wünschen. Aber ich glaube, das wird nix.“



