David Hockney gestorben: Ein Leben in leuchtenden Farben
David Hockney gestorben: Ein Leben in Farben

David Hockney, einer der bedeutendsten europäischen Künstler der Gegenwart, ist tot. Kurz vor seinem 89. Geburtstag starb er am Freitag in London „friedlich zu Hause“, wie seine Publizistin mitteilte. Der im nordenglischen Bradford geborene Maler und Grafiker hinterlässt ein farbenfrohes und vielseitiges Werk.

Ein Leben für die Kunst

Hockney wurde 1937 in Bradford als Sohn eines Buchhalters und einer strenggläubigen Methodistin geboren. Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent. Er studierte Kunst in Bradford und später am Royal College of Art in London. Bereits in den Sechzigerjahren wurde er zu einer Schlüsselfigur der Pop-Art-Bewegung. Sein wiedererkennbares Image – blondierte Haare, dicke Brille – machte ihn zur Kultfigur.

Die Liebe zu Kalifornien

Das graue Nordengland vertauschte Hockney schon früh mit dem sonnigen Kalifornien. Das Licht und die leuchtenden Farben der Westküste inspirierten ihn zu seinen berühmten Swimmingpool-Bildern, die oft homoerotische Untertöne hatten. „We Two Boys Together Clinging“ oder „Two Men in a Shower“ entstanden in einer Zeit, als Homosexualität in Großbritannien noch illegal war. Hockney betonte jedoch stets, ein englischer Künstler geblieben zu sein – nur dass Engländer früher eben des Lichts wegen nach Italien reisten.

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Späte Jahre und neue Techniken

In den Neunzigerjahren kehrte Hockney vermehrt nach England zurück. Er blieb aber offen für neue Techniken: In seinen späten Jahren malte er britische Landschaften auf dem iPad. Auch Hunde, insbesondere Dackel, waren ein wiederkehrendes Motiv. Sein Werk „A Year in Normandie“, ein 90 Meter breiter Fries, entstand in Nordwestfrankreich, wo er viel Zeit verbrachte.

Rekordpreise und Ehrungen

Hockneys Werke erzielten bei Auktionen Rekordpreise. „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ wurde 2018 für 90,3 Millionen US-Dollar versteigert – damals der höchste Preis für ein lebenden Künstlers. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den britischen Verdienstorden. 2018 entwarf er ein Fensterbild für die Westminster Abbey zu Ehren von Queen Elizabeth II.

Sein Freund, der „Guardian“, nannte ihn den „Matisse der Pop Art“. Hockney selbst betonte die Bedeutung des Zeichnens als Basis künstlerischen Schaffens und beklagte, dass darauf in der Ausbildung heute weniger Wert gelegt werde. Er war ein leidenschaftlicher Raucher und sagte einmal: „Rauchen ist gut für die Augen, das hat schon Balthus gesagt.“

Mit David Hockney verliert die Kunstwelt einen ihrer farbenfrohsten und originellsten Vertreter.

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