Reform des Auswärtigen Amts: Wird von Geyr zum heimlichen Vizeaußenminister?
Außenminister Johann Wadephul (CDU) treibt eine umfassende Umstrukturierung des Auswärtigen Amtes voran. Dabei könnte ein Spitzendiplomat deutlich an Einfluss verlieren, während Staatssekretär Géza von Geyr möglicherweise noch mehr Macht erhält. Insider sprechen bereits von einem heimlichen „Vizeaußenminister“.
Die Reform sieht vor, dass ein ranghoher Diplomat, der bisher für zentrale Politikfelder verantwortlich war, künftig weniger Zuständigkeiten hat. Stattdessen werden Schlüsselressorts wie die Europapolitik und die strategische Planung direkt dem Staatssekretär unterstellt. Von Geyr, der bereits als enger Vertrauter Wadephuls gilt, könnte dadurch zum mächtigsten Beamten im Haus aufsteigen.
Hintergrund der Umstrukturierung sind Berichte über ineffiziente Abläufe und mangelnde Koordination im Ministerium. Wadephul will das Haus schlagkräftiger machen und die Entscheidungswege verkürzen. Kritiker befürchten jedoch eine übermäßige Konzentration von Macht in den Händen weniger.
Die Reform soll in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Offiziell wurde sie noch nicht bestätigt, doch interne Quellen berichten von entsprechenden Plänen. Der betroffene Spitzendiplomat soll in eine andere Position versetzt werden, um den Umbau zu erleichtern.
Géza von Geyr, der seit 2024 Staatssekretär ist, hat sich in der Vergangenheit als erfahrener Diplomat und loyaler Umsetzer der Ministerlinie profiliert. Sollte die Reform wie geplant umgesetzt werden, wäre er faktisch der zweite Mann im Außenministerium – mit weitreichenden Befugnissen.
Die Opposition im Bundestag hat bereits Kritik angemeldet. Sie wirft der Regierung vor, wichtige diplomatische Posten nach politischer Loyalität zu besetzen. Das Auswärtige Amt selbst wollte sich zu den Personalplanungen nicht äußern. Wadephul steht unter Druck, die Reform zügig und transparent zu gestalten.



