Mercedes-Gewinn steigt, Pkw-Sparte leidet unter China
Mercedes-Gewinn steigt, Pkw-Sparte leidet

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2026 erstmals seit drei Jahren wieder einen Gewinnanstieg im Vorjahresvergleich verbucht. Das Konzernergebnis stieg von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro – ein Plus von 13,5 Prozent. Der Umsatz sank jedoch um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 32 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro zu. Grund für die positive Entwicklung sind laut Konzern Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen aus dem laufenden Sparprogramm. Allerdings profitierte der Gesamtkonzern stark von den Sparten Vans und Financial Services, während die Pkw-Sparte weiterhin schwächelt.

Pkw-Sparte bricht wegen China-Geschäft ein

Die Pkw-Sparte von Mercedes verzeichnete im zweiten Quartal einen operativen Gewinneinbruch von rund 94 Prozent. Das Ebit fiel von 783 Millionen Euro auf nur noch 49 Millionen Euro. Darin enthalten ist eine Wertminderung an chinesischen Beteiligungen in Höhe von über 700 Millionen Euro. Bereinigt um diesen Effekt sank das Ebit der Pkw-Sparte um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro. Der Absatz in China brach um satte 30 Prozent ein. Insgesamt verkaufte Mercedes im Quartal rund 512.000 Pkw und Vans – ein Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Herausforderungen im China-Markt

Die Schwächen in China führte Mercedes auf „verstärkten Marktdruck, einen weniger günstigen Modellmix sowie Kosten im Zusammenhang mit Anlaufkampagnen“ zurück. Das schwache China-Geschäft belastet die gesamte Pkw-Sparte erheblich. Vor dem Hintergrund des „weiterhin herausfordernden Marktumfelds in China“ passte der Autobauer seine Prognose für das Geschäftsjahr an. Statt eines Pkw-Absatzes auf Vorjahresniveau erwartet Mercedes nun einen leichten Rückgang. Auch der Konzernumsatz soll leicht unter dem Niveau von 2025 liegen.

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Sparkurs verschärft

Mercedes hatte bereits im Vorjahr ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt, nachdem der Gewinn 2025 um knapp die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen war. Im Juni 2026 verschärfte das Unternehmen den Kurs: Eine tarifliche Sonderzahlung wurde auf das kommende Jahr verschoben. Zudem löste der Vorstand eine Diskussion über Arbeitskosten aus, indem er vorschlug, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten. Dies führte zu Protesten der Belegschaft.

Ergebnisse im ersten Halbjahr

In den ersten sechs Monaten des Jahres sank das Konzernergebnis um 6,3 Prozent auf rund 2,52 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent, das operative Ergebnis um 3,1 Prozent. Die anhaltende Schwäche der Pkw-Sparte und die Unsicherheiten in China belasten die Aussichten für das Gesamtjahr.

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