Jugendwort des Jahres 2026: Zehn Begriffe zur Wahl – Bedeutung von „67“ und „Schere“
Jugendwort 2026: Zehn Begriffe – „67“ und „Schere“ erklärt

Die Abstimmung über das Jugendwort des Jahres 2026 hat begonnen. Seit Montag können Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren online über zehn Begriffe abstimmen, die es in die finale Auswahl geschafft haben. Die Jury des Langenscheidt-Verlags hat die Liste zusammengestellt, und wie in den vergangenen Jahren präsentierte Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner die Nominierten in einem Video auf den Social-Media-Kanälen der Tagesschau. Dabei sorgte sie mit einem kurzen Gesangseinlage für Begeisterung in den Kommentaren.

„67“ – ein rätselhafter Begriff

Einer der meistgenannten Vorschläge ist die Zahlenfolge „67“, gesprochen „six seven“. Was sie genau bedeutet, können laut Langenscheidt nicht einmal die Jugendlichen selbst erklären. Der Begriff wird häufig als Insider verwendet und passt eigentlich bei jeder Gelegenheit – inklusive einer abwägenden Handbewegung. Entstanden ist der Hype in den USA durch TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (67)“ des Rappers Skrilla. Die Verwirrung um die Bedeutung ist groß, doch genau das macht den Reiz aus.

„Crashout“ und andere Favoriten

„Crashout“ beschreibt einen kompletten Gefühlsausbruch – also wenn jemand völlig ausrastet oder extrem emotional reagiert. Wer etwa kurz davor ist, wegen eines leeren Handyakkus die Nerven zu verlieren, „geht Crashout“. Auch der Klassiker „Digga“ ist wieder dabei, diesmal ohne „h“ am Ende. Das Wort wird als Anrede für Freunde, Bekannte oder einfach eine beliebige Person genutzt.

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„Peak“ bedeutet im Englischen „Gipfel“ und wird in der Jugendsprache für den absoluten Höhepunkt oder etwas besonders gut Gelungenes verwendet. Nach einem Konzert sagt man etwa: „Das war peak.“ Ein weiterer Begriff ist „Du bist gut genug“, der aus einem viralen Lied von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David stammt. Der Refrain wird in sozialen Netzwerken unzählige Male parodiert und für Memes umgedichtet. Susanne Daubner sang in ihrem Instagram-Video sogar die Zeile: „Du bist gut genuuuuug“ – ein Auftritt, den viele Nutzer feierten. „Susi ist mehr als gut genuuug“, kommentierte einer.

„Guter Käse“ und „Macker“

„Gute Käse“ ist eine Redewendung, die wörtlich wenig Sinn ergibt, in der Jugendsprache aber für etwas richtig Gutes oder Gelungenes steht. Sie wird als Lob oder Zustimmung verwendet, etwa: „Der Song ist wirklich gute Käse.“ Das Wort „Macker“ erlebt ein Revival und wird meist liebevoll oder ironisch für den Freund, Crush oder einen guten Kumpel genutzt: „Mein Macker kommt später noch vorbei.“

„Ragebait“, „Schere“ und „Süper“

„Ragebait“ bezeichnet Inhalte in sozialen Medien, die gezielt Wut auslösen sollen – etwa durch provokante Thesen oder Falschbehauptungen. Algorithmen belohnen solche Beiträge mit Kommentaren, Likes und Reichweite. „Schere“ hingegen dient als Entschuldigung für einen Fehler. Der Begriff stammt aus der Gaming-Szene und bedeutet so viel wie: „Mein Fehler“ oder „Geht auf meine Kappe.“ Komplett gemacht wird die Liste von „Süper“, das aus dem Türkischen stammt und „super“ bedeutet. Bekannt wurde die Floskel durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinen Rennen auf die Frage, wie es ihm gehe, stets mit „Süper!“ antwortete.

„Mehrzweckeier“ ausgeschlossen

Für Diskussionen sorgt ein Begriff, der es nicht in die Endrunde geschafft hat: „Mehrzweckeier“. Laut Langenscheidt-Verlag gehörte er ursprünglich zu den zehn meistgenannten Vorschlägen, wurde aber von der Jury ausgeschlossen. „Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht, erfüllt er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien“, erklärte der Verlag. Bei dem Begriff handelt es sich um eine Abwandlung von „Merz leck Eier“. Diese Parole war bei Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht aufgetaucht. Anfang März hatte ein 18-Jähriger bei einer Schüler-Demonstration in Berlin ein Plakat mit der Aufschrift „Merz leck Eier“ getragen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ein.

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Abstimmung und Ausblick

Bis zum 20. August können Jugendliche online über ihre Favoriten abstimmen. Anschließend werden die drei meistgewählten Begriffe bekannt gegeben und gehen in eine finale Abstimmungsrunde. Das Jugendwort des Jahres 2026 wird schließlich am 10. Oktober verkündet. Die Spannung steigt, welcher Begriff die Nase vorn haben wird. Im vergangenen Jahr gewann „Das crazy“ den Titel.