DFB-Fan in Toronto wegen Regenbogen-Fächer verprügelt: „Attacke war homophob“
DFB-Fan in Toronto wegen Regenbogen-Fächer verprügelt

Ein deutscher Fußballfan ist in Toronto Opfer eines gewalttätigen Angriffs geworden – ausgelöst durch einen Regenbogen-Fächer. Alex Alber (33), Mitglied des Fanklubs „Deutsche Kartoffeln auf die 1“, wurde nach dem 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste in einer Diskothek zusammengeschlagen. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag und sorgt nun für Empörung.

Angriff mit Regenbogen-Fächer: Was geschah in der Diskothek?

Alber befand sich mit seinem Freund Dennis in einem Club in Toronto. Dennis trug einen Regenbogen-Fächer bei sich. Eine Gruppe von Männern im Alter von etwa Anfang bis Mitte 20 begann, die beiden zu beleidigen und forderte sie auf, den Fächer herauszugeben. Einer der Angreifer ergriff Albers Glas, zerschmetterte es auf dem Boden und attackierte ihn. „Ich wurde wegen eines Regenbogen-Fächers angegriffen. Ich verstehe nicht, wie man in diesem Alter eine homophobe Einstellung haben kann“, sagte Alber gegenüber BILD. Er sei dazwischengegangen, weil er die Beleidigungen nicht habe stehen lassen wollen.

Nach einer kurzen Beruhigung verließ die Gruppe den Club. Alber hatte jedoch seine Sachen vergessen und kehrte mit Türstehern zurück, um sie zu suchen. Die Angreifer warteten offenbar nur darauf: Sie wurden erneut handgreiflich und schlugen Alber mehrfach auf den Kopf, sodass er sofort zu bluten begann. Die Security griff laut Alber nur bedingt ein; sie warf die Schläger zwar hinaus, hielt sie aber nicht fest, bis die Polizei eintraf.

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Polizei zeigt wenig Engagement – Krankenhausaufenthalt und hohe Rechnung

Die kanadischen Polizisten hätten sich ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert, berichtete Alber. Sie hätten die Aussagen nur widerwillig aufgenommen. Da die Geschädigten Touristen sind, seien die Aussichten auf Erfolg gering. Dennoch erstattete der 33-Jährige Anzeige und übergab Videoaufnahmen der mutmaßlichen Täter. Anschließend verbrachte er acht Stunden in der Notaufnahme, musste mit drei Stichen genäht werden und erhielt eine Rechnung über 5.000 Dollar. Das blutbefleckte Trikot dokumentiert die Schwere der Attacke.

Fanclub verliert Follower – Alber bleibt kämpferisch

Nachdem Alber den Vorfall auf Instagram teilte, verlor die Fanclub-Seite kurzzeitig Follower. Dennoch erhielt er viel Zuspruch. „Wir lassen uns nicht unterkriegen und werden jetzt erst recht Zeichen setzen. Wer uns den Mund verbieten will, der erreicht genau das Gegenteil. Unsere WM-Tour geht weiter, und wir werden weiterhin gute Stimmung verbreiten“, sagte Alber. Am Donnerstag (22 Uhr MESZ, ARD und Magenta TV) will er mit seiner Gruppe in New York das letzte Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Ecuador verfolgen. „Fußball ist ein Medium, das verbindet. Wir möchten uns mit anderen Fans austauschen und eine gute Zeit haben. Genau dafür sind wir hier“, so Alber abschließend. Er hofft, dass die Feierlichkeiten diesmal friedlich bleiben.

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