Der Schweizer Moritz de Hadeln, der 22 Jahre lang die Berlinale leitete und auch andere bedeutende Filmfestivals prägte, ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren, wie die Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie berichtet. De Hadeln galt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Filmbranche.
22 Jahre an der Spitze der Berlinale
Von 1980 bis 2002 war de Hadeln Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin. In dieser Zeit entwickelte er die Berlinale zu einem der weltweit wichtigsten Filmereignisse. Unter seiner Leitung wuchs das Festival nicht nur in der Anzahl der Filme, sondern auch in seinem internationalen Renommee. Er brachte Stars wie Meryl Streep, Robert De Niro und Wim Wenders nach Berlin und setzte auf eine Mischung aus Glamour und anspruchsvollem Kino.
Weitere Stationen: Venedig, Locarno und Telluride
Neben der Berlinale war de Hadeln auch für andere Festivals verantwortlich. So leitete er unter anderem die Filmfestspiele von Venedig, das Locarno Festival und das Telluride Film Festival in den USA. Seine Expertise und sein Gespür für talentierte Filmemacher machten ihn zu einem gefragten Berater und Kurator. Er galt als Entdecker von Regisseuren wie Pedro Almodóvar und Aki Kaurismäki.
Ein Leben für den Film
Moritz de Hadeln wurde 1940 in der Schweiz geboren und studierte Kunstgeschichte und Filmwissenschaft. Schon früh arbeitete er als Filmkritiker und Festivalorganisator. Sein erstes großes Festival war das Filmfestival von Locarno, das er von 1972 bis 1977 leitete. Danach wechselte er nach Berlin. Nach seinem Abschied von der Berlinale zog es ihn nach Venedig, wo er von 2002 bis 2004 die Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica leitete. Später war er noch in Telluride tätig.
Nachruf: Ein großer Verlust für die Filmwelt
Die Nachricht von seinem Tod löste in der Filmbranche große Trauer aus. Weggefährten würdigten ihn als Visionär, der Festivals neu definierte. „Er hat die Berlinale zu dem gemacht, was sie heute ist“, sagte ein Sprecher der Festspiele. De Hadeln hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.



