Anlässlich des Internationalen Frauentags veranstaltete das Multikulturelle Centrum (MKC) in Templin eine Filmnacht. Gezeigt wurden die Dokumentation „Stolz & Eigensinn“ von Gerd Kroske und das Drama „Lolita lesen in Teheran“ von Eran Riklis. Die Veranstaltung am 7. März zog Besucherinnen aller Altersgruppen an, darunter Jana Neumann und ihre Tochter Ella, die gemeinsam mit den Großmüttern kamen.
MKC-Geschäftsführerin Kathrin Bohm-Berg betonte, dass die Filmauswahl unterschiedliche Facetten des Frauenbildes beleuchten solle. „Den Frauentag zu feiern, ist eine aus der DDR heraus gewachsene positive Tradition“, erklärte sie. Das MKC wolle Frauen einen Raum für Begegnung und einen schönen Abend bieten, aber auch zum Nachdenken über Gleichberechtigung anregen. Trotz Fortschritten in Brandenburg sei man von echter Gleichstellung noch weit entfernt.
„Stolz & Eigensinn“ porträtiert Frauen, die in DDR-Industriebetrieben arbeiteten und nach der Wende Entlassungen erlebten. Der Film kombiniert historische Interviews mit aktuellen Reflexionen. Er thematisiert berufliche Unabhängigkeit, Durchsetzungsvermögen und die Enttäuschung über den Verlust von Positionen an Männer. Die 14-jährige Ella Neumann zeigte sich beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Frauen in Männerberufen. Ihre Mutter Jana ergänzte, dass die Wende einen tiefen Einschnitt bedeutete, der die Frauen zwang, sich neu zu orientieren.
Zwischen den Filmen lud das MKC zu einem Büfett, das von Frauen der Initiative „Culinary Crossroads“ zubereitet wurde. Die Köchinnen Shmoos (Sudan), Suad (Syrien), Soma (Afghanistan) und Nina (Ukraine) servierten vier Gerichte aus ihren Heimatländern. Die Gäste dankten ihnen begeistert. Die Filmnacht verband so kulturelle Vielfalt mit der Feier von Frauenpower und Solidarität.



