Mareen Behrendt-Deter mag ihren Geburtstag schon lange nicht mehr. Jedes Jahr Anfang September kehrt der stechende Schmerz zurück, die Erinnerung an ihren 36. Geburtstag vor elf Jahren, den sie in der Berliner Charité verbrachte. Damals operierten Ärzte ihren dreijährigen Sohn Magnus. Ein MRT im Potsdamer Bergmann-Klinikum hatte ergeben, dass ein angeschwollener Sehnerv, den eine Augenärztin entdeckt hatte, auf einen Hirntumor zurückzuführen war. Der Tumor war faustgroß, bösartig, selten und unheilbar. Die Prognose der Experten: Eine Behandlung könne das Leben des Jungen allenfalls bis zum Schulbeginn verlängern.
Ein schwerer Autounfall und der Verlust des Sohnes
Doch das Schicksal meinte es noch härter. Nur wenige Monate später erlitt Mareen Behrendt-Deter einen schweren Autounfall, der sie körperlich und seelisch schwer zeichnete. Der Tod ihres Sohnes Magnus traf sie mit voller Wucht. Hinzu kam ein Burn-out, das sie völlig aus der Bahn warf. „Ich habe alles verloren“, sagt die Potsdamerin heute. „Meine Gesundheit, meinen Beruf, meine Lebensfreude.“ Doch sie gab nicht auf. Schritt für Schritt kämpfte sie sich zurück ins Leben.
Das Buch als Therapie und Botschaft
Ihre Erfahrungen hat Mareen Behrendt-Deter nun in einem Buch niedergeschrieben. „Geschenke aus dem Nichts“ heißt es – ein Titel, der Programm ist. „Ich möchte anderen Mut machen, die ähnliche Schicksalsschläge erlebt haben“, erklärt die Autorin. „Es ist möglich, wieder Freude zu finden, auch wenn der Schmerz nie ganz verschwindet.“ Das Buch ist nicht nur eine Autobiografie, sondern auch ein Ratgeber für Menschen in Krisen. Es zeigt, wie man aus tiefster Verzweiflung wieder auftauchen kann.
Ein neuer Lebensabschnitt
Heute lebt Mareen Behrendt-Deter wieder in Potsdam. Sie hat einen neuen Beruf gefunden und engagiert sich ehrenamtlich für Trauerbegleitung. „Ich bin dankbar für jeden Tag“, sagt sie. „Die Geschenke, die ich aus dem Nichts erhalten habe, sind die Menschen um mich herum und die Kraft, die ich in mir entdeckt habe.“ Mit ihrem Buch hofft sie, auch anderen zu helfen, die eigenen Geschenke des Lebens zu erkennen.



