Geschichtswissenschaftler Raimund Schulz äußert sich im Interview zur bevorstehenden Verfilmung der „Odyssee“ durch Regisseur Christopher Nolan. Der Historiker beschreibt die Figur des Odysseus als „eher einen Türsteher-Typ“ und kritisiert die oft übermäßig polierten Kriegsrüstungen in Kinofilmen. Schulz betont die Sehnsucht nach einer Welt ohne Technik, die das Epos ausstrahle, und die dunklen Seiten des Helden.
Die „Odyssee“ als Vorlage für Hollywood
Krieg, Abenteuer, Sex, Naturkatastrophen, Drogentrips: Die „Odyssee“ enthalte alles, was ein Hollywoodfilm brauche, so Schulz. Das Epos lebe von extremen Gegensätzen, es gehe um Gewinn und Verlust, Tod und Rettung – vieles davon in einem exotischen, geheimnisvollen Ambiente. Fast jeder Science-Fiction-Film übernehme bewusst oder unbewusst szenische Elemente aus der Odyssee.
Erwartungen an Nolans Verfilmung
Auf die Frage, ob er auf Nolans Film gespannt sei, antwortet Schulz: „Durchaus, der Trailer zeigt Krieg und Seefahrt in einer dunklen, düsteren Atmosphäre. Das trifft die Lebenswirklichkeit der Zeit des Dichters und des 7. Jahrhunderts v. Chr., die hart und entbehrungsreich war. Gewaltsamer Tod war immer eine Möglichkeit.“



