Die vergessenen Deutschen im Spanischen Bürgerkrieg: 5000 Antifaschisten
Vergessene Deutsche im Spanischen Bürgerkrieg

Der Spanische Bürgerkrieg und die deutschen Kämpfer

Vor 90 Jahren, am 17. Juli 1936, begann der Spanische Bürgerkrieg. In diesem Konflikt kämpften etwa 5000 deutsche Antifaschisten auf Seiten der spanischen Republik gegen die nationalistischen Truppen unter General Francisco Franco. Diese Freiwilligen, die in Einheiten wie der „Thälmann-Brigade“ organisiert waren, setzten sich für die Demokratie ein. Gleichzeitig unterstützte das NS-Regime unter Adolf Hitler Franco mit Truppen und Waffen, was maßgeblich zu dessen Sieg beitrug.

Warum die Erinnerung schwierig ist

Die Erinnerung an die deutschen Antifaschisten im Spanischen Bürgerkrieg fällt bis heute schwer. Ein Grund ist die Dominanz der NS-Vergangenheit in der deutschen Geschichtskultur, die andere Aspekte der deutschen Beteiligung an internationalen Konflikten überlagert. Zudem wurden die Kämpfer nach dem Zweiten Weltkrieg in beiden deutschen Staaten unterschiedlich rezipiert: In der DDR als Helden gefeiert, in der Bundesrepublik oft vergessen oder sogar als Kommunisten stigmatisiert.

Die Rolle der Thälmann-Brigade

Die nach dem KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann benannte Brigade war eine der bekanntesten deutschen Einheiten im Spanienkrieg. Sie bestand aus etwa 1500 bis 2000 Freiwilligen, die vor allem aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern stammten. Laut dem Historiker Andreas Wassermann kämpften sie „für eine gerechtere Gesellschaft und gegen den Faschismus“. Viele von ihnen kamen in den Kämpfen ums Leben oder wurden nach ihrer Rückkehr in Deutschland verfolgt.

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Francos Sieg und die Folgen

Mit Hilfe der Achsenmächte konnte Franco den Krieg 1939 für sich entscheiden. Seine Diktatur hielt bis zu seinem Tod 1975 an. Die deutschen Antifaschisten, die den Krieg überlebten, kehrten in ein Deutschland zurück, das von den Nationalsozialisten beherrscht wurde. Viele wurden in Konzentrationslager deportiert oder mussten ins Exil gehen. Die Erinnerung an ihren Einsatz blieb lange Zeit marginalisiert.

Zahlen und Fakten zum Spanischen Bürgerkrieg

Insgesamt kämpften auf republikanischer Seite etwa 35.000 Internationale Brigadisten aus über 50 Ländern, darunter 5000 Deutsche. Auf Francos Seite kämpften rund 16.000 deutsche Soldaten der Legion Condor sowie italienische Truppen. Der Krieg forderte etwa 500.000 Tote. Die deutsche Unterstützung für Franco war ein wichtiger Faktor für dessen Sieg und ein Vorspiel für den Zweiten Weltkrieg.

Die heutige Bedeutung

Die Geschichte der deutschen Antifaschisten im Spanischen Bürgerkrieg ist ein Beispiel für internationalen Widerstand gegen den Faschismus. In Deutschland gibt es nur wenige Gedenkstätten, die an sie erinnern, etwa in Berlin oder Hamburg. Der Historiker Wassermann betont: „Es ist wichtig, dieser Kämpfer zu gedenken, um die Vielfalt des Widerstands gegen die NS-Diktatur zu zeigen.“

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