DEFA-Film „Karbid und Sauerampfer“: Eine Absage an überkommene Heldenfiguren
„Karbid und Sauerampfer“: Absage an Heldenfiguren

Der DEFA-Film „Karbid und Sauerampfer“ aus dem Jahr 1963 von Regisseur Frank Beyer ist für den heutigen Filmemacher Peter Kahane ein Schlüsselwerk, das er als „eine Absage an überkommene Heldenfiguren“ beschreibt. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel erinnert sich Kahane an seine Kindheit in Berlin und die prägende Kraft dieses Films.

Ein Hauch von Frühling im geteilten Berlin

Kahane, der in den 1950er Jahren in Berlin aufwuchs, berichtet, dass die geteilte Stadt ihm einen besonderen Vorteil bot: Unter der Woche konnte er in seinem Pankower Kino sowjetische und DEFA-Filme sehen, am Wochenende in Dahlem westliche Produktionen. Diese Vielfalt prägte sein Verständnis von Filmkunst.

„Karbid und Sauerampfer“ erzählt die Geschichte des Arbeiters Kalle, der nach dem Zweiten Weltkrieg durch Deutschland irrt. Der Film bricht mit traditionellen Heldendarstellungen und zeigt einen alltäglichen, fehlerhaften Protagonisten. Kahane betont: „Der Film war ein Hauch von Frühling in der damaligen Filmlandschaft.“

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Bedeutung für die Gegenwart

Der Regisseur sieht in dem Werk eine zeitlose Botschaft: „Es geht um die Frage, was einen Menschen ausmacht – nicht um große Taten, sondern um Menschlichkeit.“ Der Film habe ihn als junger Zuschauer tief beeindruckt und später als Filmschaffenden inspiriert.

Kahane, der selbst Regisseur und Drehbuchautor ist, hebt hervor, dass „Karbid und Sauerampfer“ auch heute noch relevant sei. Er appelliert an das Publikum, sich mit den Filmen der DDR auseinanderzusetzen, da sie oft unkonventionelle Perspektiven böten.

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