Kilian Kerner hat auf der Berliner Fashion Week mit seiner Show "Burning Symphony" eine zutiefst persönliche Kollektion präsentiert, die von Kritikern und Stars gleichermaßen gefeiert wurde. Die Kollektion spiegelt die schweren Monate des Designers wider, die von Krankheit, Schmerz und dem Verlust seiner großen Liebe geprägt waren. Gleichzeitig zeigt sie Mut, Hoffnung und den Neuanfang.
Eine Kollektion als Therapie
In der Skatehalle auf dem zum Abriss bestimmten RAW-Gelände in Berlin zeigte Kerner 36 Looks für Damen und Herren. Die Stimmung war ungewöhnlich andächtig: „Es herrschte vor allem Ruhe im Karton“, beschreibt eine Kolumnistin von ntv.de. Kerner selbst erklärte: „'Burning Symphony' ist meine emotionalste und intimste Kollektion und meine Art, das zu verarbeiten, was mein Leben in den vergangenen Monaten aus den Fugen gerissen hat.“
Der Designer litt unter körperlichen und seelischen Schmerzen, hatte einen schweren Krankheitsverlauf – die letzte Fashionweek erlebte er nur im Nebel von Medikamenten, weil er kaum noch laufen konnte – und musste den Verlust seiner großen Liebe verkraften. „Es waren schlimme, anstrengende, aber eben auch die wohl prägendsten Monate meines Lebens“, so Kerner.
Internationale Erfolge trotz persönlicher Krise
Trotz der persönlichen Tiefschläge feierte Kerner berufliche Erfolge: Seine Mode wurde bereits in New York, London, Barcelona, Los Angeles und zuletzt in Paris präsentiert. Sein offizielles Debüt auf der Paris Fashion Week in der legendären Opéra Garnier war ein Höhepunkt. „Manchmal konnte ich das alles gar nicht so richtig genießen, aber langsam dringt es zu mir durch“, sagt er und lacht.
In jedem Look stecken Schmerz, Verlust und Verzweiflung, aber auch Hoffnung, Kraft und Mut. „Noch nie habe ich so viel von mir in eine Kollektion gelegt. Deshalb war ich auch noch nie so stolz auf meine Arbeit. Dass diese Kollektion existiert, ist alles andere als selbstverständlich“, betont Kerner. Mit Unterstützung von Freunden, Familie und Weggefährten gelang ihm der Aufschwung: „Ich habe es geschafft.“
Ein Buch verbrannt, eine Kollektion entstanden
Um seine Gedanken zu ordnen, schrieb Kerner alles in einem Buch nieder. Als es gefüllt war, verbrannte er es und vergrub die Asche vor seinem Haus. Daraus entstand „Burning Symphony“. Die Kollektion zeigt innere Zerrissenheit, Chaos, Leere und Stille, aber im zweiten Teil der Show schimmerten Hoffnung, Heilung und Mut durch. „Heute kann ich sagen: Mir geht es wieder gut. Alles ist gut. Ich blicke mit Hoffnung, Mut und großer Dankbarkeit nach vorne.“
Neuanfang in Los Angeles
Kerner wird Deutschland vorerst verlassen und nach Los Angeles ziehen. Die „Stadt der Engel“ symbolisiert für ihn Aufbruch, Freiheit und eine neue Perspektive. Dort möchte er in sich hören, den Blick weiten und sich zu neuen Höhen aufschwingen – auch wenn er seine Mama und seine Liebsten vermissen wird.



