König Charles III. hat seinen jüngeren Sohn Prinz Harry erstmals seit 2022 wieder getroffen. Das berichten mehrere britische Medien übereinstimmend. Das Treffen fand am Dienstag im Buckingham Palace statt und dauerte etwa 30 Minuten. Es war das erste persönliche Gespräch zwischen Vater und Sohn seit der Beerdigung von Queen Elizabeth II. im September 2022.
Hintergrund des Treffens
Prinz Harry war aus den USA angereist, wo er mit seiner Frau Meghan und den beiden Kindern lebt. Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Reise nach London, bei der Harry auch an einem Termin des Invictus Games teilnahm. Ein Palastsprecher bestätigte das Treffen, betonte aber, dass es sich um eine private Angelegenheit handle. Details zum Gesprächsinhalt wurden nicht bekannt gegeben.
Beobachter werten die Begegnung als möglichen Schritt zur Entspannung des angespannten Verhältnisses. Seit Harrys und Meghans Rücktritt von royalen Pflichten im Jahr 2020 und der Veröffentlichung von Harrys Memoiren „Spare“ im Januar 2023 war die Beziehung zu seinem Vater und Bruder Prinz William stark belastet. In dem Buch hatte Harry unter anderem Konflikte mit der königlichen Familie öffentlich gemacht.
Reaktionen und Ausblick
Royal-Experten sehen in dem Treffen ein positives Signal. „Es zeigt, dass beide Seiten bereit sind, aufeinander zuzugehen“, sagte der königliche Biograf Robert Hardman der BBC. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass sich die Beziehung kurzfristig vollständig normalisiere. Prinz Harry wird voraussichtlich noch einige Tage in Großbritannien bleiben, weitere Termine mit der königlichen Familie sind jedoch nicht geplant.
Prinz William, der sich derzeit mit seiner Familie in Norfolk aufhält, nahm an dem Treffen nicht teil. Eine Sprecherin des Kensington Palace lehnte eine Stellungnahme ab. Die Königin Camilla war laut Palastkreisen ebenfalls nicht anwesend.
Bedeutung für die Monarchie
Das Treffen fällt in eine Zeit, in der König Charles III. aufgrund seiner Krebserkrankung öffentlich sichtbarer geworden ist. Er hatte im Februar 2024 bekannt gegeben, dass bei ihm Krebs diagnostiziert worden sei. Seitdem hat er seine royalen Pflichten reduziert, nimmt aber weiterhin wichtige Termine wahr. Die Versöhnung mit seinem Sohn könnte auch als Zeichen der Geschlossenheit der Monarchie in schwierigen Zeiten verstanden werden.
Prinz Harry selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Treffen. Seine Pressestelle in den USA verwies auf die Privatsphäre der Familie. Das letzte Mal, dass Vater und Sohn gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen waren, war bei der Beerdigung der Queen vor knapp zwei Jahren. Damals gab es Spekulationen über eine Annäherung, die sich jedoch nicht bestätigten.
Historische Parallelen
Beobachter ziehen Vergleiche zu anderen königlichen Versöhnungen, etwa zwischen Queen Elizabeth II. und ihrer Schwester Prinzessin Margaret in den 1970er Jahren oder zwischen König Edward VIII. und seiner Familie nach seiner Abdankung. Allerdings betonen Historiker, dass die Situation mit Harry anders gelagert sei, da er nicht nur persönliche, sondern auch öffentlich ausgetragene Konflikte hinter sich habe. Ob das Treffen tatsächlich zu einer dauerhaften Versöhnung führt, bleibt abzuwarten.



