Max Mutzke: KI-Demos zu perfekt – Sänger setzt wieder auf echte Musik
Max Mutzke: KI-Demos zu perfekt – er setzt auf echte Musik

Sänger Max Mutzke („Can't wait until tonight“) hat bei der Musikproduktion eine ernüchternde Erfahrung mit Künstlicher Intelligenz (KI) gemacht. „Vor wenigen Wochen habe ich erlebt, dass eine KI-Demo so perfekt klang, dass ich meine eigene Version später schlechter fand - einfach, weil ich die KI-Version zuerst gehört hatte“, sagte der 45-Jährige aus dem Südschwarzwald der „Südwest Presse“ anlässlich der aktuell laufenden Tübinger Schlosshofkonzerte.

Konsequenz: Nur noch einfache Demos erbeten

Seine Reaktion war eindeutig: „Seitdem bitte ich Songwriter, mir nur noch ganz einfache Demos zu schicken. Nur mit Klavier oder akustischer Gitarre und einer möglichst neutralen Stimme“, erklärte Mutzke. „Grundsätzlich nehmen wir aber alles immer selbst auf und produzieren die Songs komplett ohne KI.“ Der frühere Teilnehmer am Eurovision Song Contest (ESC) betonte damit seinen Wunsch nach Authentizität im kreativen Prozess.

Kritik an KI-generierter Musik

Dass immer mehr Musik mit Hilfe von KI erzeugt wird, findet Mutzke in vielerlei Hinsicht „ganz schrecklich“. Seine Begründung: „Weil ich weiß, was für Arbeit hinter dem Musikmachen steckt.“ Viele Menschen seien mit Leidenschaft und Herzschmerz daran beteiligt. Sie schrieben Songs, spielten Instrumente ein, diskutierten Ideen und entwickelten Stücke weiter. Diese menschliche Note könne keine Maschine ersetzen.

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Glaube an eine Gegenbewegung

Trotz des Trends zur KI zeigt sich Mutzke optimistisch. Er glaube an eine Gegenbewegung, sagte er der Zeitung weiter. „So wie viele Menschen irgendwann wieder auf den Wochenmarkt gegangen sind, statt nur noch das billigste Essen im Supermarkt zu kaufen, werden sich auch wieder mehr Leute nach echter Livemusik sehnen.“ Gerade kleine Konzerte und Jazzclubs werden nach seiner Einschätzung zurückkommen. Diese Orte böten ein unverfälschtes Erlebnis, das durch keine Technologie kopiert werden könne.

Mutzke selbst tourt weiterhin mit seiner Band und legt Wert auf Live-Auftritte. Die Tübinger Schlosshofkonzerte, bei denen er aktuell auftritt, sind Teil einer Reihe, die bewusst auf intime Atmosphäre setzt. Für den Sänger ist das ein Modell für die Zukunft der Musikbranche: „Echte Musiker, echte Instrumente, echte Emotionen – das wird sich durchsetzen.“

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