Merkel-Porträt: Enthüllung im Bode-Museum – „Da häng ich dann eben“
Merkel-Porträt im Bode-Museum enthüllt

Das Porträt der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an diesem Montagabend um 18.00 Uhr im Berliner Bode-Museum feierlich der Öffentlichkeit präsentiert. Das Gemälde stammt von dem bisher kaum bekannten Künstler Jérémie Queyras, einem 28-jährigen Deutsch-Franzosen aus einer Freiburger Musikerfamilie. Es ist für die Kanzlergalerie im ersten Stock des Kanzleramts bestimmt, wo bereits Porträts von Merkels sieben Vorgängern hängen. Neben dem Werk von Jörg Immendorff, das Gerhard Schröder zeigt, ist ein Platz für Merkel reserviert.

Drei Monate im Bode-Museum zu sehen

Bevor das Porträt seinen endgültigen Platz im Kanzleramt findet, wird es drei Monate lang im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel ausgestellt – nur wenige Gehminuten von Merkels Wohnung entfernt. Die frühere Kanzlerin, die fast 20 Jahre lang die Geschicke Deutschlands lenkte, zeigte sich gegenüber einem Journalisten der „Zeit“, der die Entstehung des Gemäldes begleitete, etwas unwohl mit der Vorstellung, als Kunstwerk verewigt zu werden. „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“, sagte sie. „Da häng ich dann eben.“

Merkel ließ sich Zeit für das Porträt

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt vor knapp fünf Jahren hatte Merkel zunächst andere Prioritäten. Sie nahm sich eine Auszeit, verfasste ihre mehr als 700 Seiten starken Memoiren, die schnell zum Bestseller wurden, und ging auf Lesereise. Als ausgesprochene Kunstliebhaberin ist sie nicht bekannt, und das Porträt stand offenbar nicht weit oben auf ihrer Liste. Dennoch hatten sich viele Künstler bei ihr beworben. Queyras schrieb einen handschriftlichen Brief, aus dem die „Zeit“ zitiert: „Obwohl meine Kunst hauptsächlich abstrakt ist, kehre ich des Öfteren zur klassischen Malerei zurück. Sie ahnen nun bestimmt schon, weshalb ich Ihnen schreibe.“

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Erst im April 2025 lud Merkel den Künstler ein

Der junge Freiburger musste lange auf eine Antwort warten. Erst im April 2025 lud Merkel ihn zu einem Gespräch ein. Sie habe sofort einen guten Eindruck gehabt, zitiert die „Zeit“ die Ex-Kanzlerin: „Ein lebensoffener Mensch.“ Das Porträt entstand in einem Atelier in der Nähe von Merkels Wohnung am Pergamonmuseum. Der Reporter der „Zeit“ beschreibt das Werk als „ein leuchtendes Porträt“ mit einem hellen Blick, wobei die Altkanzlerin „allzu begütigend nicht wirken“ wolle. Der Blazer ist blau, die typische Raute fehlt, und Merkel wirke ein wenig mitgenommen, heißt es.

Kanzlergalerie wird umgehängt

Bis Anfang Oktober ist das Porträt im Bode-Museum für die Öffentlichkeit zugänglich, danach zieht es ins Kanzleramt um. Dort hängt es im ersten Stock, wo unter anderem Pressekonferenzen der Regierungschefs stattfinden. Da die Galerie nun voll ist, muss für das künftige Porträt von Olaf Scholz Platz geschaffen werden. Scholz hatte bereits im April 2024 während seiner Amtszeit verraten, dass er sich Gedanken über einen Künstler gemacht habe und „auch schon eine erste Idee“ habe, die er aber nicht preisgeben wolle. Nach Angaben seines Büros hat er sich bis heute nicht endgültig entschieden. Das Kanzleramt prüft derzeit Vorschläge „zu einer alternativen Hängung“ der Porträts.

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