Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer ist tot. Sie starb am Dienstag im Alter von 76 Jahren in ihrer Wahlheimat Vorarlberg nach einem tragischen Sturz, wie ihre Familie bestätigte. Helfer gehörte zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet.
Ein Leben für die Literatur
Monika Helfer wurde am 18. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald geboren. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf und begann früh zu schreiben. Nach ihrer Ausbildung zur Volksschullehrerin arbeitete sie zunächst in ihrem Beruf, bevor sie sich ganz der Literatur widmete. Ihr Debütroman "Die Barockfamilie" erschien 1980 und machte sie schlagartig bekannt.
Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichte Helfer mehr als 30 Bücher, darunter Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Österreichische Würdigungspreis für Literatur und der Solothurner Literaturpreis. Besonders erfolgreich war ihr Roman "Die Bagage", der 2020 erschien und auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand.
Der tragische Unfall
Wie ihre Familie mitteilte, starb Helfer an den Folgen eines Sturzes, den sie sich vor einigen Tagen zugezogen hatte. Nähere Umstände des Unfalls wurden nicht bekannt gegeben. Die Schriftstellerin lebte zuletzt mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Michael Köhlmeier, in Hohenems in Vorarlberg.
Ihr Tod löste in der Literaturszene große Bestürzung aus. Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Helfer als "eine große Erzählerin, die mit ihrer leisen, präzisen Sprache die Herzen der Leserinnen und Leser erreichte". Auch der deutsche Literaturkritiker Denis Scheck zeigte sich betroffen: "Mit Monika Helfer verlieren wir eine der originellsten Stimmen der Gegenwart."
Ein unermüdliches Schaffen
Bis zuletzt arbeitete Helfer an neuen Projekten. Erst im vergangenen Jahr erschien ihr Roman "Löwenherz", der von Kritikern gefeiert wurde. Sie war bekannt für ihre Fähigkeit, aus scheinbar banalen Alltagsbegebenheiten tiefgründige Geschichten zu weben, die oft von ihrer eigenen Familie und ihrer Heimat im Bregenzerwald handelten.
Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und machten sie auch international bekannt. In ihrem Schaffen thematisierte sie immer wieder die großen Fragen des Lebens: Liebe, Verlust, Erinnerung und die Suche nach Identität. Dabei gelang es ihr stets, eine besondere Nähe zu ihren Leserinnen und Lesern aufzubauen.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Monika Helfer hinterlässt ein umfangreiches literarisches Erbe. Ihre Bücher werden noch lange Zeit gelesen und studiert werden. Die Literaturwelt trauert um eine große Autorin, deren Werk weit über ihren Tod hinaus wirken wird.
Ihre Familie bat in einer ersten Stellungnahme um Respekt für die Privatsphäre in dieser schweren Zeit. Ein genaues Datum für eine öffentliche Trauerfeier steht noch nicht fest. Es ist geplant, im Frühjahr 2024 in ihrer Heimatgemeinde Au eine Gedenkveranstaltung abzuhalten.



