Licht und Schatten: Monteverdi trifft auf Caravaggio
Bei den diesjährigen Potsdamer Musikfestspielen wagte das Teatri 35 einen besonderen Coup: Es wollte die düsteren Gemälde Caravaggios mit den klangvollen Madrigalen Monteverdis in einem Dialog vereinen. Die Aufführung im Hans Otto Theater am Dienstag (16.6.) zeigte jedoch, dass dieser Brückenschlag nicht ganz gelang.
Ein Arsenal an Tüchern und eine musikalische Reise
Die Bühne war gespickt mit einer Vielzahl von Tüchern, die auf ihren Einsatz warteten. Zunächst betrat das fünfköpfige Ensemble La Venexiana das Podium und interpretierte mit schöner Innigkeit Madrigale von Claudio Monteverdi. In diesen Werken kamen vor allem Schäferinnen und Schäfer zu Wort, aber auch Kaiser Nero und seine Frau Poppea durften mit einem der anmutigsten Liebesduette der Operngeschichte aufwarten.
Die musikalische Darbietung war von hoher Qualität, doch die visuelle Umsetzung der Caravaggio-Bilder blieb oft blass. Die Inszenierung versuchte, die Hell-Dunkel-Kontraste des Malers aufzugreifen, aber die Verbindung zur Musik wirkte teilweise erzwungen. So ganz ging der Dialog zwischen den Künsten nicht auf, was die Zuschauer mit gemischten Gefühlen zurückließ.
Fazit: Ein ambitioniertes Experiment
Trotz der Kritik bleibt der Versuch lobenswert, zwei große Künstler der Renaissance und des Barock in einen kreativen Austausch zu bringen. Die Musik von La Venexiana war ein Genuss, doch die szenische Umsetzung hätte mehr Tiefe vertragen können. Die Potsdamer Musikfestspiele bewiesen einmal mehr ihren Mut zu ungewöhnlichen Programmen, auch wenn diesmal nicht alles rund lief.



