Die Berliner Opernhäuser haben in der vergangenen Spielzeit einen bemerkenswerten Trend zur Komik gezeigt. Die Auslastung lag bei 82 Prozent, was einem Anstieg von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders erfolgreich war die Inszenierung von Rossinis „L’italiana in Algeri“ an der Deutschen Oper Berlin, die von Rolando Villazón ins Milieu mexikanischer Wrestler verlegt wurde. „Herrlicher Schmarrn“, kommentierte ein Kritiker.
Komische Inszenierungen dominieren
Neben Villazóns Werk sorgten auch andere Produktionen für Heiterkeit. Die Staatsoper Unter den Linden zeigte eine Neuinszenierung von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“, die als „amüsant und temporeich“ gelobt wurde. Die Komische Oper Berlin setzte mit „Die lustigen Weiber von Windsor“ auf bewährte Komik. Insgesamt wurden 350 Vorstellungen gegeben, ein leichter Rückgang um fünf Prozent aufgrund von Renovierungsarbeiten.
Zuschauerzahlen und Auslastung
Die drei großen Opernhäuser – Deutsche Oper, Staatsoper und Komische Oper – verzeichneten zusammen rund 1,2 Millionen Besucher. Die Auslastung stieg von 79 auf 82 Prozent. Die Staatsoper führte mit 95 Prozent Auslastung, gefolgt von der Komischen Oper mit 88 Prozent und der Deutschen Oper mit 75 Prozent. „Das Publikum schätzt die Vielfalt und den Humor“, so eine Sprecherin der Berliner Opernstiftung.
Kritik und Kontroversen
Nicht alle Inszenierungen kamen gut an. Eine Neuproduktion von Wagners „Tristan und Isolde“ an der Staatsoper sorgte für „Grimassenqual“ bei Puristen. Die moderne Interpretation mit minimalistischen Bühnenbildern spaltete das Publikum. „Manche Werke vertragen keine allzu freie Bearbeitung“, kritisierte ein Rezensent. Dennoch blieb die Auslastung hoch, was auf eine grundsätzliche Offenheit des Berliner Opernpublikums hindeutet.
Ausblick auf die nächste Spielzeit
Für die Saison 2026/27 kündigen die Häuser weitere komische Werke an, darunter eine Neuinszenierung von „Der Barbier von Sevilla“ an der Komischen Oper und eine Uraufführung einer komischen Oper von Elena Kats-Chernin an der Deutschen Oper. Die Staatsoper plant eine neue „Zauberflöte“ mit modernen Elementen. Die Intendanten zeigen sich optimistisch: „Der Trend zur Komik wird bleiben, denn er lockt ein junges Publikum an.“



