Das Museum Barberini in Potsdam zeigt ab sofort eine umfassende Ausstellung zum Werk des französischen Malers Paul Signac. Unter dem Titel „Paul Signac: Das musikalische Flirren der Farben“ wird erstmals die zentrale Rolle des Künstlers für den Neoimpressionismus detailliert beleuchtet. Die Schau versammelt rund 80 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus internationalen Museen und Privatsammlungen.
Signacs Beitrag zum Neoimpressionismus
Paul Signac (1863–1935) war neben Georges Seurat der wichtigste Vertreter des Pointillismus, einer Maltechnik, bei der Farben in kleinen Punkten nebeneinander gesetzt werden. Im Gegensatz zu Seurat, der eher wissenschaftlich vorging, betonte Signac die emotionale und musikalische Wirkung der Farben. „Die Schönheit entsteht im Auge des Betrachters“, sagte Signac einmal. Die Ausstellung zeigt, wie er mit leuchtenden Farben und rhythmischer Pinselführung eine vibrierende Bildwirkung erzielte.
Kuratorin Charlotte Cachin: Urenkelin des Künstlers
Die Ausstellung wird von Charlotte Cachin kuratiert, der Urenkelin Paul Signacs. Sie betonte bei der Eröffnung: „Signac war nicht nur ein Meister der Farbe, sondern auch ein leidenschaftlicher Segler. Viele seiner Werke entstanden auf Reisen entlang der französischen Küste.“ Cachin, selbst Kunsthistorikerin, hat für die Schau auch bislang unveröffentlichte Dokumente aus dem Familienarchiv gesichtet. Das Bild „Paul Signac am Steuer der ,Olympia‘“ (1896) von Theo van Rysselberghe zeigt den Künstler auf seinem Segelboot – ein seltenes Porträt, das seine Verbundenheit mit dem Meer unterstreicht.
Höhepunkte der Ausstellung
Zu den Glanzstücken zählen Signacs berühmte Hafenansichten von Saint-Tropez, wo er ab 1892 lebte, sowie seine Ansichten von Venedig und Konstantinopel. Die Werke bestechen durch ihre intensive Farbigkeit – von leuchtendem Blau des Mittelmeers bis zu warmen Ockertönen der Sonnenuntergänge. Ein eigener Raum widmet sich Signacs Rolle als Theoretiker: 1899 veröffentlichte er das Buch „Von Eugène Delacroix zum Neoimpressionismus“, das die Grundlagen der Bewegung definierte.
Bedeutung für die Moderne
Die Ausstellung macht deutlich, wie Signac die Entwicklung der modernen Kunst beeinflusste. Seine Technik der farbigen Lichtmalerei wirkte auf Künstler wie Henri Matisse und die Fauves. „Signac öffnete die Tür zur Abstraktion“, so Cachin. Die Schau im Museum Barberini läuft bis zum 3. Oktober 2026. Begleitend gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen und einem Katalog, der die neuesten Forschungsergebnisse präsentiert.



