80 Jahre DEFA: Potsdam feiert Filmgeschichte mit Rallye und Ausstellungen
Potsdam feiert 80 Jahre DEFA mit Filmrallye und Ausstellungen

Potsdam rückt im Jahr 2026 die Filmgeschichte in den Mittelpunkt: Anlässlich des 80. Jubiläums der DEFA (Deutsche Film-Aktiengesellschaft) hat die Landeshauptstadt gemeinsam mit Partnern ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm aufgelegt. Dieses umfasst Führungen, Mitmachangebote und eine Sonderausstellung, die das filmische Erbe der Stadt erlebbar machen sollen, wie das Rathaus mitteilte.

Sonderausstellung und Filmrallye für Kinder

Am Donnerstag eröffnete das Filmmuseum Potsdam die Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion“. Sie wird bis Mai 2027 von einer begleitenden Film- und Veranstaltungsreihe flankiert. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) betonte die Bedeutung der DEFA: „Die DEFA ist ein unverzichtbarer Teil der Potsdamer Identität. Als 'UNESCO Creative City of Film' wollen wir in diesem Jahr die ganze Bandbreite unserer Filmgeschichte präsentieren – von den Anfängen in Babelsberg bis zu internationalen Produktionen der Gegenwart.“ Film sei nicht nur Kulturgut, sondern stärke auch den Wirtschaftsstandort und mache die Stadt weit über Deutschland hinaus sichtbar.

Ein besonderes Angebot für junge Besucher ist die Filmrallye für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren. Sie führt zu bekannten Drehorten in Potsdam und soll spielerisch die Filmgeschichte vermitteln. Zudem wird der Boulevard des Films in der Brandenburger Straße erweitert: Im dritten Bauabschnitt zwischen Jäger- und Dortustraße, der derzeit entsteht, erinnert künftig eine Bodenplatte an den DEFA-Film „Ich war neunzehn“ aus dem Jahr 1968. Das Antikriegsdrama wurde bei einer Abstimmung der Potsdamerinnen und Potsdamer zu ihrem Lieblingsfilm gewählt.

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Führungen hinter die Kulissen

Der Stadtrundgang „Und bitte! Die Filmstadt Potsdam“ führt zu Drehorten und Motiven aus Filmen wie „Hexe Lili“, „SOKO Potsdam“ und „Maxton Hall“. Teilnehmende der Führung „Medienstadt Babelsberg. Wo Filme entstehen“ erhalten Einblicke hinter die Kulissen der Filmproduktion. Eine weitere Tour namens „Babelsberg – Filmstars, Villen, Weltgeschichte“ widmet sich der Villenkolonie Neu-Babelsberg am Griebnitzsee, wo einst Filmgrößen wie Brigitte Horney und Marika Rökk lebten. Auch der Schriftsteller Erich Kästner fand während der NS-Zeit hier Unterschlupf.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen sind unter potsdamtourismus.de/film abrufbar.

Internationale Vernetzung und Ausblick

Im September beteiligt sich Potsdam am Treffen der 30 UNESCO-Filmstädte im irischen Galway. Am 3. Oktober findet das DEFA-Galakonzert mit dem Filmorchester Babelsberg im Nikolaisaal statt. Im November folgt die Konferenz des UNESCO Creative Cities Network im marokkanischen Essaouira. Bereits jetzt können Filminteressierte auf das Jahr 2027 blicken: Am 10. Januar jährt sich die Uraufführung von Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ zum 100. Mal – der Film entstand 1925/26 in den Babelsberger UFA-Studios.

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