Seit sieben Monaten läuft die Soloschau von Saâdane Afif im Hamburger Bahnhof, und der Künstler fühlt sich in diesem Museum schon wie zu Hause. „Als wäre ich hier angestellt“, sagt Afif; er könne auch Aufsicht schieben oder Führungen übernehmen. Tut er ja auch. Anderthalb kurzweilige Stunden lang erläutert der französische Künstler dem Journalisten die „Five Preludes“, die fünf Abschnitte der ersten institutionellen Berliner Ausstellung des Künstlers, der seit 2003 in der Stadt lebt und arbeitet.
Die Ausstellung „Five Preludes“
Die Schau ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils einem eigenen Thema gewidmet sind. Afif kombiniert dabei verschiedene Medien wie Skulptur, Installation, Musik und Performance. Ein zentrales Element ist die Verbindung von bildender Kunst und Musik. Viele seiner Werke enthalten Lieder oder musikalische Kompositionen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind.
„Schläft ein Lied in allen Werken“ – dieser Titel der Ausstellung verweist auf die versteckten Klänge, die in den Objekten schlummern. Besucher können diese durch spezielle Kopfhörer oder interaktive Stationen aktivieren. Die Werke sind trickreich und laden zum Entdecken ein.
Begleitprogramm: Konzerte in der Stadt
Parallel zur Ausstellung lädt Afif zu Konzerten in Berlin ein. Diese finden an verschiedenen Orten statt, darunter der Hamburger Bahnhof selbst sowie weitere Spielstätten in der Stadt. Die Konzerte ergänzen das Ausstellungserlebnis und machen die musikalische Dimension der Werke unmittelbar erlebbar.
Afif arbeitet eng mit Musikern und Komponisten zusammen, um die Klanginstallationen zu realisieren. Die Konzerte bieten eine einmalige Gelegenheit, die Verbindung von Bild und Ton live zu erleben.
Ein Künstler zwischen den Welten
Saâdane Afif wurde 1970 in Vendôme, Frankreich, geboren und lebt seit 2003 in Berlin. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem auf der Biennale in Venedig. Er ist bekannt für seine konzeptuelle Kunst, die oft Alltagsgegenstände und Sprache einbezieht.
Die Ausstellung im Hamburger Bahnhof läuft noch bis zum 1. September 2025. Der Eintritt ist im Museumspreis enthalten. Führungen mit dem Künstler finden an ausgewählten Terminen statt.



