Trotz der Fußball-WM im Fernsehen gibt es am Wochenende eine Reihe empfehlenswerter Spielfilme im Free-TV. Allen voran die Bestseller-Verfilmung „Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ mit Dakota Johnson, das Gangsterepos „Carlitos Weg“ mit Al Pacino und das US-Drama „Vergiftete Wahrheit“ über einen Umweltskandal.
Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen (Samstag, Vox, 20:15 Uhr)
Die Kritiken zu diesem Film waren geteilt: Ein sauberes Sadomaso-Märchen oder vollkommen lächerlicher Unfug? Die Bestseller-Verfilmung aus dem Jahr 2015 wurde mit Dakota Johnson immerhin zum Kino-Kassenschlager. Man muss schon einiges ausblenden – etwa die Missbrauchs-Debatte – um die Geschichte der Studentin Anastasia Steele faszinierend zu finden, die sich auf eine Beziehung mit dem 27-jährigen arroganten Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) einlässt. Anastasia lässt sich auf SM-Praktiken ein, weil Christian es von ihr verlangt („Ich will, dass du mir zeigst, was du mir antun willst“). Er ignoriert ihre Grenzen und wendet physische Gewalt an. Spätestens 2026 wirkt das ziemlich seltsam.
Underworld (Samstag, ZDFneo, 22 Uhr)
Für Fans von Trash, Underground und Kate Beckinsale: Die Schauspielerin jagt als Vampirin Selene seit Jahrhunderten Werwölfe, die sogenannten Lykaner. Dabei kommt sie einem Menschen nahe, der sich von einem Oberwerwolf hat beißen lassen. Der Fantasy-Horror-Thriller aus dem Jahr 2003 bietet einen heftigen Krieg der Kreaturen mit viel Schießerei. Abgesehen vom absurden Arsenal an Feuerwaffen im blutigen „Blade“-Stil hat der Film durchaus Reize, etwa der Soundtrack mit dem Titel „Bring Me The Disco King“ von David Bowie.
The Tomorrow War (Sonntag, Pro7, 20:15 Uhr)
„Ein Mann muss tun, was das Beste für seine Familie ist, nicht nur für ihn.“ Dieser Satz fasst die Motivation von Chris Pratt zusammen, der in diesem Sci-Fi-Blockbuster aus 2021 als liebender Vater Dan Forester gegen eine außerirdische Bedrohung kämpft. Forster und die Welt erhalten eine alarmierende Botschaft von Zeitreisenden: In einem Krieg, der in 30 Jahren stattfindet, kämpft eine außerirdische Macht gegen die Menschheit. Der Lehrer Dan Forester ist entschlossen, die Welt für seine Tochter zu retten, und zieht mit Zivilisten und Soldaten in diesen Zukunftskrieg. Der Film erinnert an „Starship Troopers“ und „Independence Day“. Trotz diverser Logiklöcher bietet er zweieinhalb Stunden solide Endzeit-Thriller-Ablenkung.
Carlitos Weg (Sonntag, Arte, 20:15 Uhr)
Al Pacino, der letzte Woche noch als Obergangster in „Scarface“ zu sehen war, spielt auch in diesem Brian-De-Palma-Film aus 1993 keinen Heiligen. Mitte der 1970er wird der ehemalige Drogenboss Carlito Brigante dank seines Anwalts vorzeitig aus einem New Yorker Gefängnis entlassen. Er will seinen Lebensabend mit Freundin Gail auf den Bahamas verbringen, doch er kann sein altes Leben nicht hinter sich lassen. Das Zusammenspiel von Pacino und Sean Penn, Suspense à la Hitchcock und beeindruckende Verfolgungsjagden machen den Film aus. „Carlito’s Way“ wurde im Jahr 2000 von der französischen Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ als einer der drei besten Filme der 1990er Jahre ausgezeichnet.
Vergiftete Wahrheit (Sonntag, ARD, 23:50 Uhr)
Der mutige Kampf eines Anwalts gegen einen mächtigen Konzern, der einen Umweltskandal vertuscht – die Verfilmung eines Berichts im „New York Times Magazine“ über die 19 Jahre andauernde juristische Auseinandersetzung zwischen Robert Bilott und DuPont sollte Pflichtfilm in jeder Schule werden. Es geht um die Aufdeckung eines der größten Umweltskandale der US-Geschichte. Cincinnati, Ohio, 1998: Der aufstrebende Wirtschaftsanwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo), neuer Partner in einer Kanzlei, die Chemiefirmen vertritt, bekommt Besuch vom Nachbarn seiner Großmutter aus West Virginia. Dieser bittet ihn, die Firma DuPont zu verklagen, weil seine Kühe durch eine angrenzende Mülldeponie vergiftet werden. Der Film bietet fundiertes Wissen und Unterhaltung zu einem Umweltskandal mit weltweiten Auswirkungen, ohne zu belehren (Regie: Todd Haynes).



