Fest für Komponistinnen: Uni Potsdam feiert Frauen in der Musik am 9. Juli
Uni Potsdam feiert Komponistinnen mit Fest am 9. Juli

Die Universität Potsdam veranstaltet am 9. Juli ein „Fest für Komponistinnen“ auf dem Campus Golm, um auf die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in der Musikgeschichte aufmerksam zu machen. Studien der European Historical Economics Society belegen, dass Frauen in der Musikgeschichte oft übersehen wurden, ihre Biografien kürzer waren und sie zwar Musik lernen, aber nicht komponieren durften. Obwohl sich die Situation im 21. Jahrhundert verbessert hat, bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten.

Programm des Festes: Konzerte, Vorträge und Performances

Von 17 bis 22 Uhr verwandelt sich das Musikhaus auf dem Campus Golm in einen klingenden Parcours durch Jahrhunderte weiblichen musikalischen Schaffens. Studierende und Dozierende präsentieren in Konzerten, Performances und Kurzvorträgen die Werke und Lebensgeschichten von Komponistinnen wie Hildegard von Bingen, Florence Price, Carla Bley, Julia Hülsmann und Nkeiru Okoye. Dabei werden die historischen Hindernisse beleuchtet, die diese Frauen überwinden mussten.

Wissenschaft und Praxis vereint

„Ein wichtiger Gedanke war dabei die Verbindung von wissenschaftlicher Auseinandersetzung, musikalischer Praxis und öffentlicher Vermittlung“, erklärt Musikwissenschaftler Christian Thorau, der die Veranstaltung mitorganisiert hat. Studierende haben für den Abend wissenschaftliche Kurzvorträge zu den Komponistinnen, ihren Werken sowie biografischen und historischen Kontexten vorbereitet. Das Spektrum reicht von Clara Schumann bis zu Frauen im Rap.

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Musikalische Darbietungen und künstlerische Beiträge

Lehrende und Studierende spielen gemeinsam Musikstücke, darunter Klaviertrios von Fanny Hensel und Lili Boulanger. Kunststudierende zeigen Porträtstudien zum Thema. Ein Roundtable mit den zeitgenössischen Komponistinnen Misha Cvijović und Charlotte Seither thematisiert die aktuelle künstlerische Situation.

Christian Thorau hat die Veranstaltung gemeinsam mit der Doktorandin Theresa Schlegel, dem Pianisten Jan Gerdes und den Studierenden vorbereitet – „als Konzert- und Wissenschaftsabend voller Kontraste und überraschender Hörmomente“. Schlegel, die zu Musikerinnen und Geschlechterdiskursen im 19. Jahrhundert promoviert, entwickelte die Idee, komponierende Frauen sichtbarer zu machen und ihre Musik mit einem Fest zu feiern.

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