Ab Dienstag, 4. August, können Interessierte die ersten kostenlosen Zeitfenstertickets für das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne reservieren. Das 25-Meter-Becken wird am Freitag, 7. August, eröffnet und bleibt bis zum 1. Oktober am Rosa-Luxemburg-Platz in Betrieb. Das Becken ist 1,30 Meter tief. Es handelt sich um die erste programmatische Aktion der neuen Intendanz von Matthias Lilienthal.
Ob entspanntes Planschen oder sportliche Bahnen – das temporäre Freibad bietet Platz für beides. Mit den Zeitfenstertickets erhalten Besucherinnen und Besucher für zwei Stunden Zugang zum Schwimmbecken und zum Liegebereich. Die Tickets werden drei Tage vor dem jeweiligen Badetag freigeschaltet und nach und nach auf der Internetseite der Volksbühne angeboten. „Mit der Reservierung eines Zeitfenstertickets sichert ihr euch Zugang zum Schwimmbad und Liegebereich für einen festgelegten Zeitraum von 2 Stunden“, heißt es vom Theater.
Tickets und Buchungszeitraum
Die Buchung läuft über die Website der Volksbühne. Da die Zeitfenstertickets jeweils erst drei Tage im Voraus freigeschaltet werden, können die Slots nicht auf einmal im Voraus gebucht werden. Für den Eröffnungstag am Freitag dürften die Tickets nach Einschätzung des Theaters schnell vergriffen sein. An den darauffolgenden Tagen sind die Chancen laut einer Theatersprecherin voraussichtlich besser.
Das Theater weist außerdem darauf hin, dass kurzfristig wieder Tickets verfügbar werden können. „Es kann immer sein, dass vorübergehend ausgebuchte Zeitslots wieder verfügbar werden. Es lohnt sich also, die Website auch spontan zu checken“, schreibt die Volksbühne.
Öffnungszeiten und Regeln
Das „Volksbad“ hat in der Regel von Dienstag bis Samstag von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Donnerstags verlängert sich der Badebetrieb bis 21 Uhr. Montags und sonntags bleibt das Becken geschlossen. Auch bei aufkommendem Unwetter muss das Bad geschlossen bleiben.
- Dienstag bis Samstag: 12 bis 20 Uhr
- Donnerstag: 13 bis 21 Uhr
- Montag und Sonntag: kein Badebetrieb
- Bei Unwetter geschlossen
Der Standort ist der Rosa-Luxemburg-Platz unmittelbar vor der Volksbühne. Das temporäre Freibad ist Teil des Auftakts der Ära Lilienthal, der die Intendanz zum Beginn der Spielzeit übernommen hat. Die eigentliche Spielzeit beginnt offiziell am 1. Oktober.
Programm rund ums Wasser
Zum Schwimmbad bietet das Theater ein Begleitprogramm an. Geplant sind unter anderem ein Kraulkurs sowie eine Einführung ins Synchronschwimmen. Ab Dienstag, 4. August, sollen die Programmpunkte nach und nach veröffentlicht werden. Damit verbindet die Volksbühne das sommerliche Vergnügen mit kulturellen Angeboten.
Das Freibad ist nicht nur ein sommerliches Angebot, sondern auch ein Statement: Es versteht sich als Protest gegen den Verfall öffentlicher Infrastruktur. In den vergangenen Jahrzehnten sei in Berlin systematisch öffentliche Infrastruktur abgebaut worden, erklärt das Theater. Der neue Intendant setzt damit ein Zeichen, während im Theater selbst noch die Obermaschinerie saniert wird.
Ein „herzliches Hallo“ an die Nachbarschaft
„In einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch öffentliche Infrastruktur abgebaut wurde, ist das Volksbad eine erste programmatische Aktion der neuen Intendanz und ein herzliches Hallo an die Nachbarschaft“, schreibt das Theater. Das Volksbad solle bis zum 1. Oktober bleiben – passend zum Start der neuen Spielzeit.
Wer also am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin unter freiem Himmel schwimmen möchte, sollte sich frühzeitig auf der Website der Volksbühne umschauen. Die Nachfrage dürfte gerade in den ersten Tagen hoch sein. Doch auch wer kein Zeitfenster ergattert, hat die Möglichkeit, regelmäßig neu auf der Seite nach freien Plätzen zu sehen. Denn gerade in den ersten beiden Augustwochen lohnt sich ein spontaner Blick besonders, da kurzfristig Slots frei werden können.
Mit dem Volksbad entsteht damit mitten im Berliner Stadtraum ein ungewöhnlicher Badeort, der gleichzeitig Kunst, Kritik und öffentliche Begegnung verbindet. Die Kombination aus kostenlosem Schwimmvergnügen und politischer Botschaft dürfte über die Sommerwochen zahlreiche Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste der Stadt anziehen.



