Die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Berlin präsentiert ab dem 15. März 2025 die Ausstellung „Zwischen Abstoßung und Anziehung – Wechselwirkung“. Die Schau versammelt Werke von zwölf internationalen Künstlern, die sich mit der ambivalenten Beziehung zwischen Faszination und Ekel auseinandersetzen. Kuratorin Dr. Anna Schmidt erläutert: „Wir wollten zeigen, wie Kunst uns gleichzeitig anziehen und abstoßen kann, und wie diese Spannung neue Perspektiven eröffnet.“
Die Faszination des Unangenehmen
Die Ausstellung umfasst Gemälde, Skulpturen, Videoinstallationen und interaktive Werke. Ein zentrales Exponat ist die Installation „Hautnah“ der Künstlerin Maria López, die aus lebensechten Silikonabdrücken menschlicher Körperteile besteht. Besucher können diese berühren, was bei vielen ein gemischtes Gefühl aus Neugier und Unbehagen auslöst. „Die Berührung ist der Schlüssel zur Wechselwirkung“, so López. Laut einer Umfrage unter den ersten 500 Besuchern gaben 68 % an, sowohl angezogen als auch abgestoßen worden zu sein.
Künstlerische Strategien der Irritation
Der Künstler Jonas Weber zeigt eine Serie von Fotografien, die alltägliche Gegenstände in ungewöhnlichen Kontexten darstellen – etwa ein mit Schimmel überzogenes Stofftier. „Ich möchte den Betrachter zwingen, seine eigenen Grenzen zu hinterfragen“, erklärt Weber. Die Bilder sind in einem abgedunkelten Raum ausgestellt, der die Sinne schärft und die Wirkung verstärkt. Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni 2025 zu sehen und wird von einem Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionen begleitet.
Reaktionen und Resonanz
Die Schau hat bereits kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Während Kunstkritiker die konzeptionelle Tiefe loben, berichten einige Besucher von Unwohlsein. „Es ist eine Herausforderung, aber genau das macht gute Kunst aus“, sagt Museumsdirektor Prof. Hans Müller. Die Ausstellung verzeichnete in der ersten Woche über 3.000 Besucher, was die hohe Anziehungskraft des Themas unterstreicht. Die Galerie plant, die Wechselwirkung zwischen Abstoßung und Anziehung in zukünftigen Projekten weiter zu erforschen.



