Berlin – Bei der dritten Tagesspiegel-Tribüne standen die Tops und Flops der WM-Trikots im Mittelpunkt. Content-Creatorin und Fußballexpertin Meira Werner gab ihre Einschätzung zu den Designs der diesjährigen Weltmeisterschaft und verriet, wie man Fußballtrikots als modisches Statement im Alltag trägt. Ihr klarer Favorit: das französische Heimtrikot.
Frankreich, Südkorea und Norwegen: Werners Top-Trikots
„Mein Favorit ist auf jeden Fall Frankreich, die haben ein bildhübsches Trikot an“, sagte Werner. Sie lobte die Mischung aus modernen Streifen und traditionellem Kragen. Auch Südkorea und Norwegen gefallen ihr: „Südkorea hat eine ganz geile Reihe. Die sind alle ähnlich, aber in verschiedenen Farbschemen, das finde ich stark.“ Norwegens schwarzes Auswärtstrikot zeige, dass man auch schlichte Trikots spannend gestalten könne. Als Frankreich gegen Norwegen spielte, sei sie begeistert gewesen: „Wow.“
Auf die Frage, ob der Kragen und die Knopfleiste des französischen Trikots zu protzig seien, antwortete Werner: „Je protziger, desto besser. Warum sollte man hinter dem Berg halten, wenn man voll reingehen kann? Man hat nicht viel an auf einem Fußballplatz. Das, was man anhat, muss wenigstens geil aussehen.“
Trikots als modisches Statement im Alltag
Retrotrikots werden laut Werner zunehmend auf den Straßen Berlins getragen. Sie sieht darin mehr als nur Funktionskleidung: „Trikots zeigen Zugehörigkeit. Manchmal, wenn ich bei Fußballspätis bin, kommen Leute an und sagen: ‚Ey, geiles Trikot.‘ Dann redet man über das Champions-League-Finale von damals. Es schafft Verbindung zu Menschen, mit denen du sonst vielleicht gar nicht in Kontakt kommen würdest.“ Zudem schaffen Trikots Sichtbarkeit für kleine Vereine: „Sie im Alltag zu repräsentieren, ist sehr cool.“
Zum Styling von Retrotrikots empfiehlt Werner Accessoires wie Seidenschals, die man auch über dem Kopf tragen kann. Sie ist ein Fan von Color-Blocking: „Also zum bunten Trikot einen bunten Rock oder eine bunte Hose tragen, wenn es farblich passt.“ Viele trügen Loafers mit kurzen Socken dazu. Stutzen lehnt sie ab: „Der Trend ist an mir vorbeigegangen. Selbst auf dem Fußballplatz krempeln wir die runter, aber auf der Straße werden sie hochgezogen. Das ist absurd.“
Fußballschuhe im Alltag und kreative Trikot-Veränderungen
Zum Trend, Fußballschuhe im Alltag zu tragen, sagte Werner: „Da ich selbst Fußball spiele, stellen sich bei mir die Armhaare hoch. Wenn du in der U-Bahn unterwegs bist und du läufst auf Asphalt oder auf Treppen, dann kannst du dich hart maulen. Bei Events finde ich es okay, aber richtige Fußballspieler würden solche Schuhe gar nicht erst anziehen.“
Über Fans, die Rüschen oder Schleifchen an Trikots nähen, äußert sie sich kritisch: „Ich tendiere zu 90 Prozent zu Zweckentfremdung. Hinter dem Trikot steht jemand, der sich Gedanken gemacht hat, ein Designer. Persönliche Stickereien finde ich cool. Ansonsten muss man aufpassen, dass man Fußballern nicht zu sehr auf die Füße tritt. Die sind ein Volk für sich.“
WM-Flop: Ecuador-Heimtrikot und deutsche Trikots
Als größten Flop der WM bezeichnet Werner das Ecuador-Heimtrikot: „Es gibt eines, das sieht nach Dorfverein aus, wie ein Brandenburger Amateur-Trikot. Das ist das Ecuador-Heimtrikot, sorry, das geht gar nicht.“
Zum deutschen Auswärtstrikot in Blau, das an einen Schlafanzug erinnere, sagte sie: „Also meine Schlafanzüge sehen anders aus (lacht). Vom Heimtrikot bin ich jetzt nicht so Fan. Das ist das letzte Deutschland-Trikot von Adidas, da habe ich mehr erwartet. Das Auswärtstrikot in Blau finde ich auf jeden Fall besser und moderner. Ich bin ein Fan von Kragen, das fehlt mir ein bisschen.“
Ausblick auf Nike und Werners Wunschtrikot
Da Nike künftig Ausstatter der deutschen Nationalmannschaft wird, erhofft sich Werner mehr Investitionen in den Frauenfußball: „Nike ist schon ganz lange im Frauenbereich involviert, da sind die Hoffnungen groß.“ Sie habe bereits einen Leak gesehen: „weiß und clean. Da waren manche ein bisschen enttäuscht. Ich hoffe, Nike zaubert da noch mehr.“
Ihr persönliches Wunschtrikot beschreibt sie so: „Farblich wäre es eine Mischung aus Bordeauxrot und Orange, längs gestreift, mit weißem Kragen. Auch das Innere des Kragens soll weiß sein. Das Trikot muss kurz und kastig geschnitten sein. Ich hoffe, man versteht meine Vision.“



