Günther Jauch wird am 13. Juli 70 Jahre alt, doch an Rente denkt der Moderator von „Wer wird Millionär?“ nicht. Einem Handschlagvertrag mit RTL und seinem Weingut an der Saar sei Dank, das ihm als Ausgleich zum TV-Job dient.
Kein Ruhestand für den TV-Star
Seit September 1999 ist Jauch mit der Quizshow auf Sendung, damals war Gerhard Schröder noch kein Jahr Bundeskanzler. Fans müssen zwar eine Sommerpause überstehen, ein Ende ist aber nicht in Sicht. Vom Rentenalter hält Jauch nichts: „Das ist für mich eine völlig falsche Vorstellung von einem erfüllten Leben, wenn man einfach gar nichts mehr zu tun hat“, sagte er der dpa vor einem Jahr.
Sein Freund Thomas Gottschalk versuchte vergeblich, ihn zur Ruhe zu bringen: „Ich sage ihm immer: Mensch, du bist erfolgreich, gesund und hast 'ne Menge Kohle verdient. Jetzt entspann dich mal! Aber irgendeinen Mühlstein hängt er sich immer um den Hals“, klagte Gottschalk 2009 in der „Zeit“. Jauch bewunderte Gottschalks „Talent zum Privatisieren“: „Das geht mir ab.“ Er räumte ein: „Ich habe von der Welt ja nix gesehen. Ich habe immer nur gearbeitet.“
Das Weingut als zweites Standbein
2009 kauften Jauch und seine Frau Thea das Weingut von Othegraven an der Saar, das seit 1805 in Familienbesitz ist. Es wird in siebter Generation geführt und produziert erstklassige Rieslinge. Jauch entstammt einem hanseatischen Adelsgeschlecht mit Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert. Er und Thea (seit 1988 ein Paar, seit 2006 verheiratet, vier Töchter, zwei adoptiert) investierten viel Geld und Arbeit in das veraltete Anwesen.
Das Weingut erdet den Fernsehstar abseits des Glamours. Er packt selbst an, wohnt mit Saisonarbeitern unter einem Dach und öffnet den Park für Besucher. „Ganz toll haben Sie es hier!“, lobte eine Urlauberin, als Jauch mit der dpa sprach. „Das freut uns. Wir geben uns auch Mühe“, antwortete er und posierte für Erinnerungsfotos.
Handschlagvertrag mit RTL
Vor jeder Sommerpause fragen sich Fans, ob Jauch seinen Ausstieg verkündet. Ein RTL-Sprecher beruhigte 2026: „Wer wird Millionär?“ kehrt Ende August/Anfang September zurück – mit Jauch. Die Zusammenarbeit regeln sie nur per Handschlagvertrag. „Vielleicht nicht die schlechteste Voraussetzung, um es ziemlich lange ziemlich gut miteinander auszuhalten“, sagte Jauch 2016 der dpa.
Jauch machte aus seiner Abi-Note 3,1 nie einen Hehl. Er brach ein Jurastudium ab, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und startete Ende der 70er Jahre beim Bayerischen Rundfunk. Nach einer Radioshow mit Gottschalk landete er beim ZDF. 1988 übernahm er von Harry Valérien das „Aktuelle Sportstudio“, für ihn „einer der unglaublichsten Momente meines Lebens“. Valérien übergab mit einem trockenen „Machens des – des wird scho!“
Millionärsflaute bei „Wer wird Millionär?“
Zwischen Jauchs 60. und 70. Geburtstag gab es nur zwei neue Millionäre: Jan Stroh im September 2019 und Ronald Tenholte im März 2020. Seitdem herrscht Flaute. Viele Kandidaten sind heute zufrieden, einfach im Fernsehen gewesen zu sein. Jauch moniert eine „Vollkaskomentalität“, die seit über sechs Jahren keinen Sieger mehr zuließ.
Trotz Kritik an maroder Technik im Kölner Studio hat Jauch die Freude an seinem Beruf nicht verloren. „Es wird eher mehr“, sagte er über seinen Job bei RTL, wo er von 1990 bis 2011 „Stern TV“ moderierte und weiterhin für andere Formate vor der Kamera steht. Ende 2025 verabschiedete er sich nach sieben Jahren von der Show mit Gottschalk und Schöneberger, ausgelöst durch Gottschalks Krebsdiagnose. Auch Starkoch Johann Lafer machte im Mai 2026 seine Krebserkrankung öffentlich; Jauch suchte von Anfang an den Kontakt und bot Hilfe an, berichtete Lafer in der „Bild“-Zeitung.
Privatsphäre und Geburtstagsfeier
Wie Jauch seinen 70. Geburtstag feiert, bleibt wohl geheim. Trotz Selfies mit Fans auf dem Weingut schützt er sein Privatleben. Im Rechtsstreit um Hochzeitsfotos zog er bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die Klage als unbegründet abwies. Jauch und Thea feierten am 6. Juli ihren 20. Hochzeitstag. Das Motto dürfte ähnlich nüchtern wie zu seinem 60. sein: „Definitiv absolut unspektakulär!“



