Hommage an einen Warner
Die diesjährige Sommerausstellung auf Schloss Sacrow ist eine beeindruckende Hommage an den kürzlich verstorbenen Künstler Wolfgang Petrick. Unter dem Titel „Albtraum ohne Ausweg“ zeigt die Schau ein Panoptikum seiner Werke, die oft apokalyptische Szenarien und gesellschaftliche Abgründe thematisieren. Petrick, der im Alter von 82 Jahren starb, hinterlässt ein vielschichtiges Œuvre, das von Kritikern als visionär und unbequem beschrieben wird.
Erinnerungen an das Atelier
Nina Petrick, die Tochter des Künstlers, erinnert sich in einem Begleittext an ihre heimlichen Besuche im Atelier ihres Vaters. „Jedes Mal, wenn ihre Eltern abends ausgingen, schlich ich in das Atelier, um das Durcheinander zu betrachten: Farbtöpfe, Tuben, Spraydosen, Objekte aus Holz, Gips und Fell, angefangene und fertige Bilder“, schreibt sie. Diese intimen Einblicke vermitteln die kreative Chaos, das Petricks Arbeitsumgebung prägte.
Die Ausstellung im Detail
Die Schau umfasst rund 80 Werke aus verschiedenen Schaffensperioden, darunter Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Ein zentrales Motiv ist die Bedrohung durch Umweltzerstörung, Krieg und technologischen Fortschritt. Besonders eindringlich wirken die großformatigen Arbeiten, die oft menschenleere Landschaften oder deformierte Figuren zeigen. Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Oktober 2024 zu sehen.
Ein Künstler mit Botschaft
Wolfgang Petrick, geboren 1942 in Berlin, zählte zu den bedeutendsten deutschen Malern der Nachkriegszeit. Seine Werke sind in renommierten Museen wie der Nationalgalerie Berlin und dem Museum Ludwig in Köln vertreten. Kuratorin Tabea Hamperl betont: „Petrick war ein Mahner, der mit seinen Bildern vor den Folgen menschlichen Handelns warnte. Seine Kunst ist heute aktueller denn je.“ Die Ausstellung auf Schloss Sacrow unterstreicht diese Relevanz und bietet einen umfassenden Überblick über sein Schaffen.



