Ricky Martin vor Oberhausen-Konzert: „Fühl dich einfach mal frei“
Ricky Martin: „Fühl dich einfach mal frei“

Superstar Ricky Martin kehrt nach Deutschland zurück und verspricht eine unvergessliche Show. „Es wird verrückt werden“, schwärmt der 54-jährige puerto-ricanische Sänger im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Sein einziges Deutschland-Konzert findet am 27. Juni in der Arena Oberhausen statt. „Mit dieser Tour war ich bereits fast auf der ganzen Welt – in Lateinamerika, Australien, im Nahen Osten sowie in den USA und Kanada. Aber Europa darf natürlich nicht fehlen“, so Martin.

Flucht aus dem Alltag

Angesichts der angespannten Weltlage sieht der Sänger seine Shows als willkommene Abwechslung. „Wir leben in einer Zeit voller Kriege. Aber wer möchte ständig daran denken?“, fragt er. „Bei meinen Konzerten fühlen sich die Leute wie im Urlaub.“ Fans können sich auf Hits wie „Livin‘ la Vida Loca“, „She Bangs“ oder „Maria“ freuen. Letzterer machte Martin weltbekannt, erreichte in Deutschland aber erst 1997 Platz 3 der Charts. Zur Fußball-WM 1998 landete er mit „La Copa de la Vida“ den nächsten Welthit.

Latin-Pop-Hype begeistert

Dass lateinamerikanische Musik heute dank Shakira, Bad Bunny oder Karol G den Mainstream prägt, freut Martin. „Ich liebe es!“ Früher habe er Latin-Elemente in den Pop gemischt, heute sei alles auf Spanisch und komplett lateinamerikanisch. „Wir zeigen der Welt die Musik, die man hört, wenn man durch die Straßen Puerto Ricos geht oder in die Clubs. Ich finde das einfach wunderbar.“ Dabei wäre „Maria“ beinahe nie veröffentlicht worden. „Ein Produzent sagte zu mir: 'Ricky, das ist das Ende deiner Karriere.'“ Bis dahin war er für Herzschmerz-Balladen bekannt. „Ich habe ihnen das Gegenteil bewiesen.“

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Tanz als Ausdruck der Freiheit

Der Sänger, der an seinem ersten Album seit elf Jahren arbeitet, legt Wert auf Authentizität. „Das Publikum muss spüren, dass man offen ist – ohne Einschränkungen. Ich wollte tanzen, nicht nur als Schmusesänger am Mikrofon stehen.“ Das Tanzen ist ihm nach wie vor wichtig. „Es ist egal, ob du Rhythmus hast oder nicht – beweg dich einfach“, sagt er lachend. „Wen interessiert schon, was andere denken? Fühl dich einfach mal für zwei Stunden frei. Darum geht es bei meinen Konzerten.“

Fit und energiegeladen

Ricky Martin sieht blendend aus, mit durchtrainiertem Körper, Buzz-Cut-Frisur und getrimmtem Vollbart wirkt er jünger als 54. „Ich bin gesund und fühle mich stark. Ich mache Dehnübungen und gehe ständig ins Fitnessstudio. Deshalb ist die Energie auf meinen Konzerten dieselbe wie vor 10 oder 15 Jahren.“ Seine Karriere begann früh: Als Kind spielte er in Werbespots, mit zwölf wurde er Mitglied der Boygroup Menudo, später Hauptdarsteller einer mexikanischen Seifenoper.

Schauspielerei als zweite Leidenschaft

Die Schauspielerei hat wieder mehr Raum eingenommen. „Ich bin ein Geschichtenerzähler. Wenn ich singe, erzähle ich eine Geschichte. Und auch als Schauspieler erzähle ich Geschichten.“ Zuletzt war er in der Serie „Palm Royale“ neben Kristen Wiig und Laura Dern zu sehen, in der er einen schwulen Barkeeper im Jahr 1969 spielt. Damals musste seine Figur die Beziehung zu einem Polizisten geheim halten.

Coming-out als Befreiung

Im echten Leben hatte Martin 2010 sein öffentliches Coming-out. „Viele Leute haben mir gesagt, es wäre das Schlimmste, was ich tun könnte“, erinnert er sich. Doch für den damaligen zweifachen Vater kam Verstecken nicht infrage. „Warum sollte ich meine Gefühle verstecken?“ Die Befürchtung, weibliche Fans zu verlieren, bestätigte sich nicht. Heute blickt der vierfache Vater glücklich zurück: „Ich wünschte, ich könnte mich noch einmal outen, weil es sich einfach großartig angefühlt hat. Es war wunderschön.“

Mit 54 ist er als Mann und Künstler mit sich im Reinen – meistens. „Wir Künstler sind dermaßen unsicher. Ein bisschen geht es mir noch immer so. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Das Leben war bisher einfach wundervoll.“

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