Albanien: Zehntausende protestieren gegen Hotelprojekt von Trumps Schwiegersohn
Albanien: Proteste gegen Trumps Schwiegersohn-Projekt (01.07.2026)

In Albanien hat sich eine breite Protestbewegung gegen ein umstrittenes Milliardenprojekt in einem Naturschutzgebiet formiert. Zehntausende Menschen demonstrieren landesweit gegen den Bau eines Luxushotels und weiterer Anlagen an der albanischen Küste. Die sogenannte „Flamingo-Revolution“ richtet sich gegen ein Vorhaben, an dem unter anderem Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und dessen Ehefrau Ivanka Trump beteiligt sind.

Proteste weiten sich aus

Was als lokaler Widerstand gegen das Bauprojekt begann, hat sich zu einer landesweiten Bewegung ausgeweitet. Die Demonstranten kritisieren nicht nur die Zerstörung eines geschützten Feuchtgebiets, das Lebensraum für Flamingos und andere Vogelarten ist, sondern fordern generell mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung bei Großprojekten. „Es geht nicht mehr nur um ein Hotel. Es geht um die Frage, wem dieses Land gehört“, zitiert der Spiegel einen Demonstranten.

Regierungschef reagiert aggressiv

Der albanische Regierungschef Edi Rama reagierte scharf auf die Proteste. Bei einer Kundgebung soll er „Fickt euch“ in Richtung der Demonstranten gerufen haben. Die Opposition wirft ihm vor, die Demokratie zu untergraben und Korruption zu begünstigen. Das geplante Projekt umfasst neben einem Luxushotel auch Villen und einen Golfplatz in der Nähe der Stadt Vlorë. Die Investitionssumme wird auf über eine Milliarde Euro geschätzt.

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Naturschutzgebiet bedroht

Das betroffene Gebiet ist Teil des Vjosa-Nationalparks, einem der letzten frei fließenden Flüsse Europas. Umweltschützer warnen vor irreparablen Schäden für die einzigartige Flora und Fauna. „Dieses Projekt würde eines der wertvollsten Ökosysteme des Landes zerstören“, erklärte eine Sprecherin von Greenpeace Albanien. Die Organisation hat eine Petition gestartet, die bereits Hunderttausende Unterschriften gesammelt hat.

Politische Dimension

Die Proteste haben auch eine internationale Dimension. Kushner und Trump sind nicht nur Investoren, sondern auch enge Vertraute des US-Präsidenten. Kritiker sehen das Projekt als Beispiel für den Einfluss von Trumps Familie auf internationale Geschäfte. Die albanische Regierung weist die Vorwürfe zurück und betont, dass alle Genehmigungen rechtmäßig erteilt wurden.

Die Demonstranten kündigen an, ihre Aktionen fortzusetzen, bis das Projekt gestoppt wird. In der Hauptstadt Tirana kam es am Wochenende zu den größten Protesten seit Jahren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, blieb aber weitgehend deeskalierend.

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