Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat alarmierende Zahlen zur Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo veröffentlicht. Nach Einschätzung der WHO liegt die tatsächliche Zahl der Erkrankungen mindestens doppelt so hoch wie offiziell erfasst. Modellrechnungen zufolge sei die Zahl der Infektionen zwei- bis viermal höher als die bekannten Fälle, erklärte der Leiter des WHO-Notfallprogramms, Chikwe Ihekweazu, am Dienstag in Genf. Er bezog sich dabei auf einen Besuch im Osten des Landes.
Offizielle Zahlen der kongolesischen Regierung
Die kongolesische Regierung gab am selben Tag bekannt, dass die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen bis zum 12. Juli auf 1963 Fälle gestiegen sei. Demnach starben 719 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Diese Zahlen weichen jedoch erheblich von den WHO-Schätzungen ab, was auf eine hohe Dunkelziffer hindeutet.
Ursachen für die Diskrepanz
Die WHO führt die Diskrepanz unter anderem auf unzureichende Überwachung und eingeschränkten Zugang zu betroffenen Gebieten zurück. Viele Infektionen würden nicht gemeldet, da Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung oder aufgrund von Konflikten in der Region keine medizinische Hilfe suchten. Ihekweazu betonte die Dringlichkeit, die Überwachung zu verstärken und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften zu verbessern.
Auswirkungen auf die Bekämpfung
Die höhere Fallzahl erschwert die Eindämmung der Epidemie erheblich. Ohne genaue Daten können Ressourcen nicht optimal eingesetzt werden. Die WHO fordert daher mehr internationale Unterstützung, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Bereits jetzt ist die Gesundheitsinfrastruktur in der Region stark belastet.



