Die USA haben in der dritten Nacht in Folge Angriffe auf iranische Ziele geflogen. Das US-Regionalkommando Centcom bestätigte die Einsätze, die die Fähigkeit des Irans einschränken sollen, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu attackieren. US-Präsident Donald Trump kündigte weitere Angriffe an und erklärte, der Iran könne nichts dagegen tun. Gleichzeitig sagte eine internationale Geberkonferenz in Brüssel knapp 900 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens zu. Deutschland beteiligt sich mit 66,5 Millionen Euro neuen Mitteln. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, die Unterstützung sei an Reformen der Palästinensischen Autonomiebehörde gekoppelt.
Iran meldet Tote bei neuen US-Angriffen
Nach iranischen Angaben wurden bei US-Angriffen in der Industriestadt Abadan an der Grenze zum Irak zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt. Die Behörden der Provinz Chusestan machten die USA für die Luftangriffe verantwortlich. Zuvor hatte Centcom erklärt, man habe eine Wartungsanlage für U-Boote und Schiffe im Iran mit Einweg-Drohnen angegriffen. Eine offizielle Stellungnahme aus Teheran lag zunächst nicht vor.
Huthi-Rebellen greifen saudischen Flughafen an
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben den internationalen Flughafen Abha in Saudi-Arabien mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Ein Militärsprecher der Miliz bezeichnete dies als Reaktion auf Luftangriffe auf den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa und warnte alle Fluggesellschaften vor der Nutzung des saudischen Luftraums. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilte mit, ballistische Raketen abgefangen zu haben, die von der Huthi-Miliz abgeschossen worden seien.
Jemens Militär beschießt Landebahn in Sanaa
Im Jemen haben Luftangriffe die Start- und Landebahn des Flughafens Sanaa getroffen. Die Huthi-Miliz machte Saudi-Arabien verantwortlich, doch das jemenitische Verteidigungsministerium reklamierte die Angriffe für sich. Ziel sei gewesen, die Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Die Huthi hätten einem Flugzeug der nationalen jemenitischen Fluggesellschaft die Landung untersagt und auf einem iranischen Flugzeug bestanden. Der Informationsminister der offiziellen Regierung, Muammar al-Erjani, erklärte, die Huthi hätten zudem ein Flugzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) an der Ausreise gehindert und den Piloten sowie dessen Assistenten als Geiseln genommen. Er sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und einer „schamlosen Verletzung des internationalen humanitären Rechts“.
Deutschland bremst EU-Sanktionen gegen Israel aus
Im Streit über den Umgang mit Waren aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland bremst Deutschland EU-weite Einfuhrbeschränkungen aus. Bei einem Außenministertreffen in Brüssel lehnte Berlin die vorgelegten Optionen ab und vertrat die Auffassung, solche Maßnahmen könnten nur einstimmig beschlossen werden. Der luxemburgische Außenminister Xavier Bettel kritisierte die Verzögerungstaktik: „Wollen wir wirklich warten, bis die Regierung wechselt, um endlich eine Entscheidung treffen zu können? Ich finde das ein wenig beschämend.“ Der spanische Außenminister José Manuel Albares verwies auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs, nach dem es keinerlei Handel mit Produkten aus illegalen Siedlungen geben sollte. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) setzt dagegen auf Gespräche mit der israelischen Regierung.
E3 verurteilen Irans Angriffe auf Handelsschifffahrt
Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilten die „ruchlosen Angriffe Irans auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und auf Länder in der Region, darunter Katar, Kuwait, Oman und Jordanien“. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die drei Staaten die „Wiederherstellung des Waffenstillstands und die Wiederaufnahme der Verhandlungen“ zwischen den USA und dem Iran. Bundesaußenminister Wadephul rief beide Seiten zu direkten Verhandlungen auf: „Diese Welt braucht endlich eine frei passierbare Straße von Hormus.“
Trump kündigt Seeblockade gegen iranische Häfen an
US-Präsident Donald Trump kündigte die Wiederaufnahme einer Seeblockade gegen Schiffe an, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Allen anderen Ländern solle ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge möglich sein. Zudem verlangte Trump eine Entschädigung in Höhe von 20 Prozent auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Frachten, um die Kosten der Sicherstellung der Passage zu kompensieren. Details zur Umsetzung blieben offen.
Iran fühlt sich nicht mehr an Rahmenabkommen gebunden
Der Iran sieht sich bei Verstößen der USA gegen das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei erklärte: „Jedes Mal, wenn die andere Seite ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, haben wir unsere ebenfalls nicht eingehalten.“ Man werde so weiter verfahren.
Deutsche Abgeordnete fordern Freilassung inhaftierter Gaza-Ärzte
Knapp 50 Bundestagsabgeordnete von SPD, Linken und Grünen fordern von Israel in einem offenen Brief die Freilassung inhaftierter palästinensischer Ärzte aus Gaza, darunter den früheren Leiter des Kamal-Adwan-Krankenhauses, Hussam Abu Safiya. Dieser sitzt seit Ende 2024 ohne Anklage in israelischer Haft. Die Abgeordneten verlangen eine menschenwürdige Behandlung und die Offenlegung der Vorwürfe.
Libanon gibt Festnahme von IS-Kommandeur bekannt
Die libanesischen Behörden haben die Festnahme eines syrischen IS-Kommandeurs gemeldet. Der Verdächtige sei der Anführer des IS in Zentral- und Südsyrien. Die Festnahme erfolgte fast eine Woche nach zwei Bombenanschlägen in Damaskus, bei denen ein Mensch getötet und dutzende verletzt wurden. Die syrischen Behörden machen den IS für die Anschläge verantwortlich.
Neue Runde libanesisch-israelischer Gespräche in Rom
In Rom beginnt eine neue Runde von Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon. Die zweitägigen Verhandlungen sollen einen schrittweisen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon voranbringen. Israel hat jedoch angekündigt, in einer zehn Kilometer breiten „Sicherheitszone“ bleiben zu wollen, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist.
Iranische Vergeltungsliste: Sicherheitspolitiker warnen vor Anschlägen in Deutschland
Nach der Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“ mit Namen westlicher Politiker, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, warnen Sicherheitspolitiker vor Anschlägen iranischer Netzwerke in Deutschland. Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter sagte dem „Handelsblatt“: „Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet.“ Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht ebenfalls eine neue Qualität der Bedrohung. Die iranische Zeitung „Hamshahri“ hatte die Liste veröffentlicht.
Nouripour befürchtet monatelange Angriffe
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) rechnet mit einer langanhaltenden Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Im Deutschlandfunk sagte er: „Das kann gut sein, dass die Auseinandersetzungsart, wie wir sie gerade vorfinden, einfach permanent so weitergeht.“ Es werde schwer, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er warnte vor falschen Informationen über den Konflikt, insbesondere mit Blick auf US-Präsident Trump, der die Blockade der Straße von Hormus bestreite.



