Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 hat am Donnerstag den Südwesten Japans erschüttert. Nach Angaben des japanischen Fernsehsenders NHK wurden mindestens 50 Menschen verletzt, viele von ihnen in der Präfektur Kumamoto auf der Hauptinsel Kyushu. Besonders besorgniserregend ist die Situation in der Aeon Mall in Kashima, wo mehrere Menschen in dem Gebäude eingeschlossen sind. Die britische BBC berichtete unter Berufung auf Behördenangaben von eingeschlossenen Besuchern.
Starke Erschütterungen und Schäden
Das Beben ereignete sich um 12:55 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die Erschütterungen waren weit zu spüren und führten zu erheblichen Schäden an Gebäuden und Straßen. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo entgleiste ein Güterzug, jedoch gab es keine Angaben zu Verletzten in diesem Zusammenhang. In rund 48.000 Haushalten in Kumamoto fiel der Strom aus, wie die Behörden mitteilten. Unter den Verletzten befinden sich auch etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims.
Tsunami-Warnung aufgehoben
Die nationale Wetterbehörde hatte zunächst eine Tsunami-Warnung für eine Welle von bis zu einem Meter Höhe herausgegeben, hob diese jedoch später wieder auf. Luftaufnahmen zeigten erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Zudem kam es in einem Gebäude eines großen Einzelhandelskonzerns zu einer Explosion. Die Betreiber von Atomkraftwerken in der Region versicherten, dass es keine Unregelmäßigkeiten durch die Erschütterungen gegeben habe.
Nachbeben und Erinnerung an frühere Katastrophe
Kurz nach dem Hauptbeben wurden starke Nachbeben registriert, die die Bevölkerung weiter verunsicherten. Die Region Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden, bei dem Dutzende Menschen ums Leben kamen und schwere Schäden an Gebäuden entstanden, darunter an der historischen Burg von Kumamoto. Die jetzigen Beben wecken schmerzliche Erinnerungen an diese Katastrophe.
Hilfsmaßnahmen laufen an
Die Behörden haben rund 150.000 Menschen aufgefordert, Schutz zu suchen. Rettungskräfte sind im Einsatz, um die in der Shoppingmall eingeschlossenen Menschen zu befreien und die Verletzten zu versorgen. Die genaue Zahl der Betroffenen wird noch ermittelt, aber die Lage bleibt angespannt. Experten warnen vor weiteren Nachbeben in den kommenden Tagen.



