Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,1 im Südwesten Japans ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 13 gestiegen. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi bestätigte die Zahl am Tag nach dem Beben, das am Dienstagnachmittag (Ortszeit) die Präfektur Kumamoto auf der Hauptinsel Kyushu erschütterte. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo befürchten Regierungsbeamte, dass sogar Dutzende Menschen ums Leben gekommen sein könnten.
Zerstörte Gebäude und Verletzte
Das Beben verursachte erhebliche Schäden an Gebäuden und Straßen in der Region. Dutzende Menschen erlitten Verletzungen, wie örtliche Medien berichteten. Die Rettungskräfte sind unvermindert im Einsatz und suchen unter den Trümmern nach Vermissten. Die Hoffnung, Überlebende noch rechtzeitig zu bergen, treibt die Helfer an.
Tödliche Explosion in Einkaufszentrum
Eine verheerende Explosion in einem Einkaufszentrum, die vermutlich durch ein Gasleck ausgelöst wurde, forderte mindestens zwei Todesopfer. Nach stundenlangem Rettungseinsatz wurden die beiden Frauen in der Nacht tot geborgen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Eine weitere Person wurde mit „Herz- und Atemstillstand“ aufgefunden – eine in Japan übliche Formulierung, bevor der Tod ärztlich bestätigt wird. Fünf weitere Menschen wurden verletzt aus den Trümmern gerettet. NHK zeigte Aufnahmen eines Autofahrers, der den Moment der Explosion festhielt: Decken und Wände stürzten ein, das Stahlgerüst des Gebäudes lag frei. Laut dem Betreiber des Einkaufszentrums waren Mitarbeiter und Kunden zu diesem Zeitpunkt bereits wegen des Erdbebens evakuiert worden.
Schornstein in Papierfabrik eingestürzt
In einer Papierfabrik stürzte ein Schornstein ein. Auch dort wurden zwei Personen mit Herz- und Atemstillstand aufgefunden, wie NHK am nächsten Morgen meldete. Mehrere Menschen galten als vermisst. Die nationale Wetterbehörde warnte für die kommenden Tage vor möglichen weiteren starken Erschütterungen in der Region.
Historische Burg von Kumamoto beschädigt
Die Präfektur Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Dutzende Menschen kamen damals ums Leben, Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Die berühmte Burg von Kumamoto erlitt schwere Schäden. Auch das aktuelle Beben beschädigte die Steinmauer der Burg, wie die Behörden mitteilten.
Die Rettungsarbeiten in der Katastrophenregion dauern an. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben und sich auf mögliche Nachbeben vorzubereiten.



