Tokio. Japan bereitet die Entsendung einer Delegation nach Grönland vor, um dort den möglichen Abbau von Seltenen Erden zu prüfen. Die Reise sei für diesen Sommer geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Nikkei am Sonntag.
Hintergrund der Mission
Der Delegation sollen Vertreter des Wirtschaftsministeriums, von Handelsunternehmen sowie der japanischen Organisation für Metalle und Energiesicherheit angehören. Geplant seien Gespräche mit der Regierung vor Ort. Die autonome Insel rückt wegen ihrer strategischen Lage und mutmaßlich reicher Vorkommen an Seltenen Erden immer wieder in den Fokus von geopolitischen Interessen und internationalen Machtansprüchen.
Geopolitische Dimension
Der Vorstoß von US-Präsident Donald Trump vom Januar, die Insel Grönland in US-amerikanischen Besitz zu bringen, hatte bei den europäischen NATO-Partnern für deutliche Kritik gesorgt. Seltene Erden haben sich in den letzten Jahren zu einem Streitpunkt in den globalen Handelsbeziehungen entwickelt, da die USA und andere große Volkswirtschaften versuchen, Chinas Dominanz bei deren Abbau und Verarbeitung zu schwächen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Einer der größten japanischen Hersteller von Seltenerdmagneten, Shin-Etsu Chemical, plant aktuell den Bau einer neuen inländischen Raffinerie – der jüngste Versuch eines Unternehmens außerhalb Chinas, seine Lieferkette zu diversifizieren. Das aktuelle Projekt „ist als wirtschaftlich bedeutsam für die nationale Sicherheit eingestuft“, schrieben Analysten von Citigroup in einer Mitteilung. Mehr: Japan treibt Atomkraft-Ausbau voran – Frankreich liefert Technik und Know-how.



