Kanada wird im Jahr 2027 erstmals am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) gab dies am Mittwoch in Genf offiziell bekannt. Demnach wird der öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio-Canada als neuestes Mitglied die kanadischen Farben beim weltgrößten Musikwettbewerb vertreten.
Erster neuer Teilnehmer seit Australien 2015
Kanada ist das erste Land seit Australien im Jahr 2015, das neu in den ESC aufgenommen wird. ESC-Direktor Martin Green erklärte dazu: „Auch wenn der Wettbewerb in Europa geboren wurde, heißt er weiterhin die ganze Welt willkommen.“ Die Entscheidung unterstreicht die zunehmende globale Ausrichtung des Events.
Der ESC 2027 findet in Bulgarien statt. Grund dafür ist der Sieg der bulgarischen Sängerin Dara mit dem Song „Bangaranga“ beim ESC 2026 in Wien. Bulgarien richtet somit zum zweiten Mal nach 2025 den Wettbewerb aus.
Kanada ist Vollmitglied der EBU
Erst in der vergangenen Woche war CBC/Radio-Canada von der EBU als Vollmitglied aufgenommen worden. Dies ist die Voraussetzung für eine Teilnahme am ESC. Die Bekanntgabe der ESC-Teilnahme genau am 1. Juli, dem kanadischen Nationalfeiertag, dürfte bewusst gewählt sein, um die symbolische Bedeutung zu unterstreichen.
Marie-Philippe Bouchard, Senderchefin von CBC/Radio-Canada, erklärte: „Kanadas Teilnahme am weltgrößten Musikwettbewerb wird es ermöglichen, kanadisches Talent auf einer der berühmtesten Musikbühnen der Welt zu präsentieren.“ Sie zeigte sich erfreut über die Aufnahme und die damit verbundenen Chancen für kanadische Künstler.
Auswirkungen auf den Wettbewerb
Mit Kanada kommt ein Land mit einer reichen Musiktradition und einer großen Künstlerdichte hinzu. Die Teilnahme könnte den ESC weiter internationalisieren und neue Zuschauermärkte erschließen. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb in Europa verwurzelt, öffnet sich aber zunehmend für außereuropäische Länder.
Die genauen Modalitäten der kanadischen Teilnahme, wie der Auswahlprozess des Beitrags oder das Abstimmungsverfahren, wurden noch nicht bekannt gegeben. Die EBU und CBC/Radio-Canada kündigten an, in den kommenden Monaten weitere Details zu veröffentlichen.



