Millionen-Plan soll berühmtes Schiffswrack auf Zakynthos retten
Millionen-Plan rettet Schiffswrack auf Zakynthos

Das berühmte Schiffswrack in der Schmugglerbucht auf der griechischen Insel Zakynthos ist akut vom Zerfall bedroht. Wind und Wellen setzen der rostigen Sehenswürdigkeit immer stärker zu. Ein Rettungsplan von Ingenieuren soll den Verfall stoppen und möglicherweise den seit vier Jahren gesperrten Strand wieder für Besucher öffnen.

Schiffswrack als Wahrzeichen in Gefahr

Der Navagio-Strand, auch als Schmugglerbucht bekannt, zählt zu den beliebtesten Fotomotiven Griechenlands. Die Bucht ist zwischen 220 Meter hohen Kalksteinwänden eingebettet und nur vom Meer aus erreichbar. Hier strandete 1980 während eines Sturms der Frachter „Panagiotis“, der der Legende nach geschmuggelte Zigaretten transportierte. Das rostige Wrack wurde zum Wahrzeichen der Insel.

Anfang 2024 rissen schwere Winterstürme das Wrack in zwei Teile. Seitdem sinken die Überreste immer tiefer in den Sand. „Es ist eine Tragödie“, sagt Inselbürgermeister Giorgos Stasinopoulos.

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Strand seit vier Jahren gesperrt

Der Strand selbst ist seit 2022 gesperrt, nachdem sich Felsbrocken aus den Steilwänden gelöst und Urlauber verletzt hatten. Die Sperrung wurde bis zum 31. Oktober verlängert. Ausflugsboote dürfen die Bucht weiterhin ansteuern, müssen aber mindestens 50 Meter Abstand zur Küste halten und keine Badegäste an Land bringen. Auch Schwimmen ist verboten. Bootstouren sind zwar noch beliebt, doch ohne das Wrack dürfte das Interesse nachlassen.

Rettungsplan: Strandverbreiterung für 3,9 Millionen Euro

Experten der Nationalen Technischen Universität Athen haben einen Plan entwickelt: Durch die Aufschüttung von 45.000 Kubikmetern Kies und Sand soll der Strand um rund 30 Meter verbreitert werden. Die zusätzliche Fläche soll verhindern, dass die Brandung der Winterstürme das Wrack direkt erreicht und weiter zerstört. Der staatliche griechische Wachstumsfonds hat die Arbeiten im Auftrag der Gemeinde Zakynthos ausgeschrieben. Das Projekt ist auf 3,9 Millionen Euro veranschlagt. Verwendet werden Kies aus einem Steinbruch und grobkörniger Sand, der per Frachtschiff in die Bucht gebracht und mit Schwimmkränen aufgeschüttet wird.

Ein Forscherteam um die Professoren Dimitris Kaliambakos und Viky Tsoukala hat Wellengang und Strömungen zwei Jahre lang detailliert untersucht. In einer zweiten Phase plant die Gemeinde, das Wrack für rund 2,5 Millionen Euro zu rekonstruieren und zu konservieren.

Plan umstritten: Zweifel an Nachhaltigkeit

Ob das Konzept funktioniert, werde sich erst nach etwa zwei Jahren zeigen, sagt Professorin Tsoukala. Manolis Vasilakis, Professor für Geologie an der Universität Athen, äußerte gegenüber der Zeitung „Kathimerini“ Zweifel: Er hält das Vorhaben für einen massiven Eingriff in die Natur und fragt, ob es sinnvoll sei, „mehrere Millionen Euro in den Antransport von zehntausenden Tonnen Kies zu investieren, die sehr schnell wieder vom Meer weggespült werden“.

Dennoch hoffen Politiker und Tourismusunternehmer auf Zakynthos auf Erfolg. Dionysios Aktypis, Abgeordneter im griechischen Parlament, sprach von einem „historischen Tag für Zakynthos“. Das Schiffswrack sei „nicht nur das Wahrzeichen von Zakynthos, sondern eines der bekanntesten Naturdenkmäler Griechenlands“.

Hoffnung auf Wiedereröffnung des Strandes

Gelingt die dauerhafte Verbreiterung des Strandes, könnte die Sperrung aufgehoben werden. Badegäste hätten dann ausreichend Abstand zu den Steilwänden. Bis dahin bleibt Besuchern nur der Blick von Aussichtspunkten oberhalb der Bucht, wo Absperrungen und Warnhinweise stehen.

Wie wichtig diese sind, zeigte sich vor zwei Wochen: Ein 22-jähriger US-Tourist rutschte beim Versuch eines Selfies aus und wäre beinahe 200 Meter in die Tiefe gestürzt. Eine kleine Kiefer fing seinen Fall nach rund zehn Metern ab und rettete ihm das Leben. 20 Feuerwehrleute bargen ihn mit Spezialausrüstung aus der Felswand; er erlitt nur leichte Verletzungen.

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