Der tote Buckelwal Timmy wird zum begehrten Museumsstück. Nach der Zerlegung des vor der dänischen Insel Anholt angespülten Wals haben gleich mehrere Museen Interesse an den Überresten des Meeressäugers angemeldet. Einige Skelettteile hat sich ein Museum in Kopenhagen schon gesichert; sie sollen Ausstellungsstücke werden.
„Wir haben uns einige Knochen gesichert, darunter eine Flosse, Beckenknochen und Rückenwirbel“, bestätigte Daniel Klingberg Johansson vom Naturhistorischen Museum in Kopenhagen. Doch die Kopenhagener wollen die Knochen vorerst gar nicht selbst zeigen. Stattdessen gibt es Anfragen von Museen aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden. Nicht ganz unwichtig für das Interesse der Museen an den Überbleibseln dürfte sein, dass sie sich nach dem wochenlangen Hype um den gestrandeten Wal steigende Besucherzahlen erhoffen.
Streit um die Rettungsaktion
Der Fall Timmy hatte für heftige Diskussionen gesorgt. Das geschwächte Tier war zuvor mehrfach an deutschen Küsten gestrandet. Trotz Warnungen von Experten brachte eine private Initiative den Wal mit einem Lastschiff zurück in die Nordsee. Die Hoffnung auf Rettung erfüllte sich nicht: Der Wal kehrte sofort um und schwamm noch 215 Kilometer. Das letzte Signal, das ein Tracker aufzeichnete, war am 7. Mai. Timmy wurde am 14. Mai tot am Strand der dänischen Insel Anholt aufgefunden.
DNA aus Knochen
Ein Team aus Wissenschaftlern und Tierärzten untersuchte den Wal. Dabei stellte sich auch heraus: Timmy war ein Weibchen. „Weil der Wal so groß war, hätte es größere Investitionen erfordert, um das Skelett komplett einzusammeln und zu präservieren“, sagte Johansson. Nur Teile hätten die Experten gesichert.
Trotzdem gelten die neuen Knochen als wertvoll. Besonders die Gehörknochen interessieren die Forscher. Drei wurden gesichert und kamen ins Museum. Johansson: „Das ist sehr dickes Knochenmaterial, aus dem man auch nach 200 Jahren noch DNA gewinnen kann.“
Aus dem Rest wird Biodiesel
Der Wal-Tracker sammelte mehr als 90.000 Daten. Die Auswertung wird aber Zeit brauchen. Doch wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, werden wahrscheinlich viele Fragen beantwortet: Wo schwamm der Wal hin? Wie lange lebte das Tier wirklich noch? Die Daten bleiben. Doch für den größten Teil des Kadavers stand das Schicksal fest. Er wurde zu einer Fabrik gebracht, wo daraus Biodiesel hergestellt wird.



