Der Waldbrand auf der griechischen Urlaubsinsel Paros ist unter Kontrolle. Die Lage habe sich deutlich verbessert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem Nachrichtensender ERTNews. Zuvor hatten die Einsatzkräfte die ganze Nacht gegen die Flammen gekämpft, mehrere Ortschaften waren vorsorglich evakuiert worden.
Nächtlicher Einsatz gegen die Flammen
Hunderte Feuerwehrleute und Freiwillige kämpften stundenlang gegen die Feuerwalze, die am Nachmittag des Vortages ausgebrochen war. Starke Winde aus nördlicher Richtung fachten die Flammen immer wieder an und trieben sie in Richtung der Ortschaften. Anwohner berichteten von einer „apokalyptischen Stimmung“ und flüchtenden Tieren. Die Behörden ordneten die Evakuierung mehrerer Dörfer an, darunter Kostos, Lefkes und Marpissa. Betroffen waren auch beliebte Ferienorte an der Ostküste der Insel. In Sicherheit gebracht wurden sowohl Einheimische als auch Touristen. Viele von ihnen verbrachten die Nacht in provisorischen Unterkünften oder bei Verwandten in anderen Teilen der Insel.
Vollständige Entwarnung noch nicht gegeben
Vollständige Entwarnung gab die Feuerwehr jedoch nicht – wegen der starken Winde in der Region. Zwar gebe es praktisch keine aktive Feuerfront mehr, doch verbleibende kleine Brandherde müssten weiterhin überwacht werden, sagte der Sprecher. Die Windgeschwindigkeiten erreichten zeitweise bis zu 60 Kilometer pro Stunde, was die Arbeit der Löschhubschrauber erschwerte. Zwei Löschflugzeuge und drei Hubschrauber waren im Einsatz, unterstützt von Bodentruppen. „Wir haben die Flammen im Griff, aber die Gefahr ist noch nicht gebannt“, so ein Einsatzleiter vor Ort.
Ursachen und Hintergründe
Die Brandursache ist noch unklar. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. In Griechenland kommt es fast jeden Sommer zu verheerenden Waldbränden, die oft durch extreme Trockenheit und starke Winde begünstigt werden. Die Insel Paros, ein beliebtes Urlaubsziel im Herzen der Kykladen, ist besonders in den heißen Monaten Juli und August von solchen Bränden bedroht. Die diesjährige Brandsaison gilt als besonders risikoreich, da die Trockenheit in weiten Teilen des Landes ungewöhnlich stark ausgeprägt ist.
Tourismus erneut betroffen
Die Brände auf Paros haben erneut die Verwundbarkeit des griechischen Tourismus gezeigt. Tausende Urlauber mussten ihre Hotels verlassen und wurden auf Fähren oder in Notunterkünfte gebracht. Die lokale Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängt, fürchtet um die Sommersaison. Die Inselpräsidentin Mary K. betonte jedoch: „Wir sind dankbar, dass niemand verletzt wurde. Der Brand hätte noch viel schlimmer ausgehen können.“ Inzwischen kehren die Evakuierten nach und nach in ihre Häuser und Hotels zurück. Die Feuerwehr bleibt aber weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft.



