EU-Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte ab Sonntag gestartet
EU-Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte ab Sonntag

Ab diesem Sonntag müssen in der Europäischen Union alle Inhalte, die mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder bearbeitet wurden und einem professionellen Zweck dienen, klar gekennzeichnet werden. Die neuen Regeln gelten für Bilder, Videos und Texte, die etwa in der Werbung, auf Nachrichtenseiten oder in den Zusammenfassungen der Google-Suche verwendet werden. Auch Beiträge professioneller Influencer auf Plattformen wie Instagram und TikTok fallen unter die Pflicht.

Ausnahmen für Kunst und Privatpersonen

Die EU-Kommission hat zwei wichtige Ausnahmen vorgesehen: Für künstlerische, satirische, fiktionale oder kreative Werke ist zwar ebenfalls eine Kennzeichnung erforderlich, diese muss jedoch nicht direkt auf dem Bild oder Video sichtbar sein. Sie kann in den Dateieigenschaften versteckt werden, um das Werk nicht zu beeinträchtigen. Privatpersonen, die selbst mit KI bearbeitete Bilder auf ihrem privaten Profil hochladen, müssen keine Kennzeichnung vornehmen.

Kein einheitliches Label

Ein einheitliches Kennzeichnungssymbol gibt es nicht. Die EU-Kommission hat lediglich Beispiele für mögliche Symbole veröffentlicht, wie „mit KI erstellt“ oder „mit KI bearbeitet“. Jeder Anbieter darf seine eigene Kennzeichnung wählen. Langfristig ist geplant, dass KI-Inhalte eine verschlüsselte Kennzeichnung in den Metadaten tragen, die nicht einfach entfernt werden kann.

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Plattformen bereits aktiv

Einige Plattformen sind der neuen Regelung bereits zuvorgekommen. TikTok schreibt Nutzerinnen und Nutzern seit Jahren vor, KI-Inhalte zu kennzeichnen, und bietet ein eigenes Label an. Auch auf Instagram und Facebook sind zahlreiche KI-generierte Beiträge bereits markiert. In der Google-Suche wird bei KI-generierten Antworten ein Hinweis eingeblendet.

Die neuen Vorschriften betreffen insbesondere Inhalte, die die breite Öffentlichkeit informieren sollen, wie Ankündigungen von Behörden. Allerdings gilt die Pflicht hier nur, wenn der Beitrag vollständig von KI erstellt wurde und kein Mensch die Kontrolle übernommen hat. Die EU erhofft sich durch die Regelung mehr Transparenz im Netz und einen besseren Schutz vor Täuschung durch KI-Inhalte.

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