LGBTQ+-Kreuzfahrtschiff „Scarlet Lady“ auch in Ägypten abgewiesen
LGBTQ+-Kreuzfahrtschiff auch in Ägypten abgewiesen

Nach der Türkei hat nun auch Ägypten einem Kreuzfahrtschiff mit überwiegend LGBTQ+-Reisenden die Einfahrt verweigert. Die „Scarlet Lady“ der Reederei Virgin Voyages durfte den geplanten Hafen in Alexandria nicht anlaufen. Während die türkischen Behörden ihre Entscheidung mit „moralischen Bedenken“ begründeten, liegt aus Ägypten bislang keine offizielle Stellungnahme vor.

Reederei sucht Alternativroute

Die Absage der beiden Hafenstopps dürfte für die Passagiere zwar Änderungen im Reiseverlauf bedeuten, Auswirkungen auf die Fortsetzung der Kreuzfahrt sind derzeit jedoch nicht bekannt. Virgin Voyages und Atlantis Events arbeiten nach eigenen Angaben an einer alternativen Route. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ sowie das Fachportal „Schiffe und Kreuzfahrten“ berichten, informierte Atlantis-Events-Präsident Rich Campbell die Passagiere in der Nacht über die geänderte Route.

In der Mitteilung heißt es: „Da wir im vergangenen Jahr eine ähnliche Route problemlos absolviert haben, kam diese unglückliche Entscheidung für uns völlig überraschend.“ Nun werde nach einem alternativen Hafen gesucht. Der geplante Stopp auf Kreta soll nach derzeitigen Planungen stattfinden.

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Rechtliche Lage in Ägypten

Bereits die türkischen Behörden hatten die Einfahrt mit einer ungewöhnlich scharfen Begründung abgelehnt. Das Schiff sei von Gruppen gechartert worden, „die für Verhaltensweisen bekannt sind, die mit dem Gefüge unserer Gesellschaft und unseren moralischen Werten unvereinbar sind“. Weder in der Türkei noch in Ägypten ist Homosexualität ausdrücklich strafbar. Allerdings weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass in Ägypten weit gefasste Strafvorschriften zum Schutz von Moral und Religion angewendet werden können. Demnach können homosexuelle Handlungen insbesondere dann strafrechtliche Folgen haben, wenn sie öffentlich gezeigt werden. Grundlage ist unter anderem ein Gesetz zur Bekämpfung der Prostitution aus dem Jahr 1961, das von den Behörden entsprechend ausgelegt wird.

Das Schiff ist im Rahmen der „Atlantis Gay Cruise“ unterwegs – einer Themenreise des Veranstalters Atlantis Events, die sich vor allem an lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und queere Reisende richtet.

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